Umwelt-Gutachten werden mit Virtual Reality vorbereitet

654
Eine Innovationsmanagerin zeigt den Einsatz der VR-Brille (Foto: TÜV Nord/Hauke Hass)

Virtuelle Unterstützung der realen Eindrücke: Bei TÜV Nord kommt jetzt Virtual Reality (VR) zum Einsatz, um Umwelt-Gutachten vorzubereiten. Das Unternehmen gehört damit zu den Vorreitern in der Branche.

Für Gutachten über die Ausbreitung von Schall, Licht und Luftschadstoffen sind Sachverständige häufig unterwegs, um die Lage vor Ort zu erkunden. Wo befinden sich die nächsten Wohnhäuser? Wie hoch sind sie, wo sind Balkone oder Terrassen? Sind Sportanlagen zu berücksichtigen, welche unbebauten Flächen liegen in der Nähe? Mithilfe von Daten aus Geoinformationssystemen wird eine Stadt am Rechner geometrisch modelliert. So wird exakt prognostiziert, wo Schall reflektiert wird, sich ausbreitet und zu Beeinträchtigungen für Menschen führen kann. Mit der VR-Brille wird räumliches Empfinden möglich, als wäre man direkt vor Ort.

Jana Petersik, Geschäftsführerin TÜV Nord Umweltschutz, erläutert die Vorteile: „Natürlich haben wir auch bisher schon Aufnahmen in 2D genutzt, aber die Daten in 3D sind mit Virtual Reality besser aufbereitet. Mit der hohen Auflösung können wir ganze Straßenzüge und ihre Bebauung direkt heranzoomen. Das verschafft uns einen Eindruck davon, wo Menschen mit Schutzanspruch wohnen und wo gemessen werden muss. Vor Ort kommen unsere Sachverständigen so deutlich schneller zu Ergebnissen.“

Innovatives Pilotprojekt

Das Pilotprojekt entstand mit Unterstützung des Corporate Centers Innovation im Geschäftsbereich Industrie Service der TÜV Nord Group. Gemeinsam mit Innovationsmanagern und VR-Experten erarbeiteten die Fachleute eine Lösung für den Einsatz im Arbeitsalltag. „Die VR-Technologie vermittelt den Eindruck, wirklich vor Ort zu sein und einzutauchen. Virtual und Augmented Reality sind noch in der Entwicklungsphase, aber haben für bestehende und neue Dienstleistungen großes Potenzial. Wir arbeiten mit den Fachleuten des Konzerns an unterschiedlichen Einsatzszenarien”, sagt Carsten Becker, Leiter Innovation, TÜV Nord Systems.

Zukunftsweisende Einsatzmöglichkeiten von Virtual und Augmented Reality zeigt TÜV Nord auch auf der Hannover Messe vom 23. bis 27. April in Halle 12, Stand C39.

Quelle: TÜV Nord