Tschüss Plastiktüte! Nur noch 4,5 Prozent der VerbraucherInnen greifen zu

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Bioplastiktüten (Foto: Hans / Pixabay)

Berlin — Wie stehen die Deutschen zum Thema Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Verpackungen? tns‐infratest hat dazu im Auftrag des Deutschen Verpackungsinstituts e. V. (dvi) 1015 Menschen in Deutschland repräsentativ befragt. Das Ergebnis: Die Zeit der Plastiktüte ist vorbei. Über 80 Prozent der Konsumenten in Deutschland bringen eigene Einkaufsbehälter mit. Allerdings greifen Verbraucher unter 24 dreimal häufiger zur Plastiktüte.

Der Kauf einer Plastiktüte spielt laut Studie beim Shopping so gut wie keine Rolle mehr. 80,4 Prozent der Deutschen bringen inzwischen eigene Behälter von zu Hause mit. Nur noch 4,5 Prozent kaufen eine Plastiktüte im Laden. Dabei ist der Anteil in der Altersgruppe 18‐24 mit 11,4 Prozent fast dreimal so hoch, wie beim Rest der Bevölkerung (3,55 Prozent). Vorreiter ist die Altersgruppe der über 55‐Jährigen, bei denen 91,8 Prozent eigene Behältnisse mitbringen. 17,5 Prozent der Einkaufenden verwenden Karton‐Umverpackungen aus dem Laden und geben der Verpackung damit vor dem Recycling einen Zweitnutzen. 14,3 Prozent kaufen alternative Behältnisse. Der Onlinehandel kann nicht vom Ende der Plastiktüte profitieren. Nur 2,7 Prozent der Deutschen nutzt vermehrt Lieferdienste.

Bewusster einkaufen ‐ weniger wegwerfen

2 von 3 Deutschen denken nachhaltig und handeln entsprechend. 68,2 Prozent geben an, dass sie bewusster kaufen und konsumieren. Die Quote liegt dabei in allen Altersgruppen über 60 Prozent. 64,1 Prozent vermeiden Verluste und werfen weniger weg. Mit 27,7 Prozent kauft ein gutes Viertel der Bürger vermehrt Gebrauchtes, leiht Dinge aus oder stellt Sachen selber her. Kosten spielen durchaus eine Rolle: Mehr Geld für mehr Qualität auszugeben, gehört nur für 26,2 Prozent zur praktizierten Nachhaltigkeit. Auch Verzicht auf Konsum steht nicht im Vordergrund. Nur rund ein Viertel der Bürger kaufen und konsumieren grundsätzlich weniger (25,7 Prozent).

Verpackungsabfälle in der Natur?

Bei Umweltschutz und Nachhaltigkeit sieht sich eine absolute Mehrheit der Bürger selbst in der Pflicht. 57,9 Prozent plädieren für mehr Eigenverantwortung und Engagement des Einzelnen, wenn es darum geht, Verpackungsabfälle in der Natur zu vermeiden. Besonders ausgeprägt ist diese Einstellung bei den über 55‐Jährigen (64,3 Prozent). Unter 50 Prozent rutscht die Quote nur bei Bürgern unter 25 Jahren (49,1 Prozent). Aber auch Staat und Kommunen sind gefordert. 55,8 Prozent wünschen sich mehr Sammelbehälter an mehr Orten, um Verpackungen nachhaltig entsorgen zu können. 53,9 Prozent fordern mehr Aufklärung, auch an den Schulen. 42 Prozent sind für höhere Strafen. Ein grundsätzliches Pfand auf Verpackungen lehnen zwei von drei Befragten ab (67,4 Prozent).

Kein Plastikmüll nach China

53,8 Prozent der Bürger fordern, dass nicht nur Verpackungen aus Kunststoff eingesammelt und recycelt werden, sondern auch andere Produkte aus Plastik. Dafür möchten 53,2 Prozent mehr Recyclingkapazitäten im Land und sind bereit, den Aufbau mit Fördergeldern zu unterstützen. Die Plastikmüllverbrennung unterstützten nur 12,6 Prozent der Bürger. Auch der Export in andere Länder findet wenig Zustimmung. Nur 4,9 Prozent sprechen sich dafür aus. Aber: In der Altersgruppe der unter 24‐Jährigen ist der Zuspruch mit 9,9 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Verpackt oder unverpackt?

32,1 Prozent der Konsumenten finden die regionale Herkunft von Produkten wichtiger, als die Frage, ob diese verpackt oder unverpackt sind. Grundsätzlich bevorzugt die Mehrheit verpackte Ware, sei es aus Kostengründen (22,8 Prozent), Frische‐ und Hygieneaspekten (20,5 Prozent) oder weil es praktischer ist (14,7 Prozent). Nur 27,7 Prozent greifen beim Einkauf grundsätzlich zu loser Ware. Am stärksten vertreten ist dabei mit 37,0 Prozent die Altersgruppe der über 55‐Jährigen. Das geringste Interesse besteht bei Konsumenten unter 35 Jahren (22,9 Prozent).

Quelle: Deutsches Verpackungsinstitut e.V.