Patentierte Anlagenlösung von JÖST & BPS: Ne-Metall-Rückgewinnung aus Altfahrzeugen

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Shredder-Feingut-Aufbereitungsanlage (Foto: Jöst GmbH)

Dülmen — Shredder-Fraktionen von Altfahrzeugen sind ein Ausgangsmaterial, für das sich bisher nicht erreichbare Rückgewinnungsquoten erzielen lassen. Die Rückgewinnung von Ne-Metallen < 12 mm bei der Aufbereitung von zerkleinerten Autos ist eine Erfolgsgeschichte. Das belegt die Zusammenarbeit des Recyclingtechnologie-Herstellerds JÖST GmbH + Co. KG mit seinem amerikanischen Partner Best Process Solutions, Inc. (BPS).

Was sich bereits Ende 2015 abzeichnete, setzte sich jetzt durch die Fertigung kompletter Aufbereitungsanlagen an weiteren Standorten in Nordamerika fort. In den US-Bundesstaaten Ohio, Pennsylvania, Texas und Illinois sind bereits vier Anlagen mit Produktionsleistungen von 2 bis 10 Tonnen pro Stunde in Betrieb; für vier weitere ist die Inbetriebnahme in 2018 geplant. Maßgeblichen Anteil hieran hat das systematische, weltweit zum Patent angemeldete Zusammenwirken der Anlagenkomponenten, für die JÖST Langteilabscheider, Spannwellensiebe, Sichter und Trenntische beisteuert – optimal kombiniert mit dem RecoverMax Separator von BPS zur Abtrennung der mineralischen Bestandteile.

Auch für begrenzte Platzverhältnisse

Der Recyclingprozess startet mit der Aufkonzentrierung langer Kupferkabel durch den JÖST Langteilabscheider. Daran schließt sich die Siebung der Fraktion 0-12 mm durch das JÖST Spannwellensieb „Topvilla“ an. Die beiden Fraktionen 0-4 mm bzw. 4-12 mm werden jeweils zu einem JÖST K-Sichter geführt. Die Position des SIchters ist oberhalb der Aspirationshaube vom Trenntisch angeordnet und dient zur Vorabscheidung sehr leichter Partikel im Aufgabematerial. Dies ermöglicht höhere Trennschärfen sowie Durchsatzleistungen und steigert die Fließfähigkeit des Schüttgutes wie des Setzprozesses. Der K-Sichter als Kombination aus Sichter und Trenntisch nutzt dieselbe Prozessluft, wodurch die Abluftmengen erheblich reduziert werden. Sein Separationsergebnis entspricht den in separaten Anlagen erzielten Werten.

Die Anpassung der Luftführung erreicht, dass auf die zu trennenden Materialien äußerst variabel zu reagieren ist. Durch die Bauweise mit relativ geringen Abmessungen fügt sich diese Modul-Kombi perfekt in Anlagen mit reduzierten Platzverhältnissen ein. Mittlerweile sind die K-Sichter in Arbeitsbreiten von 450 mm, 900 mm und 1200 mm einsetzbar und somit kompatibel zum integrierten Trenntisch.

Sorgfalt im weiteren Recyclingprozess

Ein wichtiges Merkmal bei der Materialzuführung stellen die Schwingförderrinnen von JÖST dar, die über die gesamte Sichterbreite die Produktverteilung vornehmen. Gummivorhänge wirken dem Einströmen zusätzlicher Luft im Windsichter entgegen. Mit Eintritt in die Sichterzone vollzieht sich die Trennung von Leicht- und Schwergut mittels Querstrom- und Gegenstrom-Sichtungsverfahren. Am Aspirationsstutzen wird das Ultraleichtgut abgesaugt, wogegen das Schwergut zum Trenntisch gelangt und einer erneuten Trennung nach Dichte zugeführt wird.

Anschließend findet am Trenntisch das Separation von restlichen organischen Bestandteile und Plastik statt. Die Schwergutfraktion – Mineralik und Metall – gelangt vom Trenntisch in den RecoverMax-Separator von BPS. Das weltweit zum Patent angemeldete Verfahren trennt die mineralischen Bestandteile von der Schwergutfraktion. Dieses System, über mehrere Jahre entwickelt und getestet, ermöglicht gemeinsam mit den JÖST-Aufbereitungstechnologien den hohen Qualitätsstandard der Shreddermaterialien. Die hohen Standards führen zu einer Marktführerschaft in den USA.

Im folgenden Recyclingprozess entzieht ein Trommelmagnet der Metallfraktion restliche magnetische Bestandteile. Eine weitere Siebmaschine klassiert die verbleibende Fraktion in drei Größen. Der anschließende JÖST 3-fach-Trenntisch separiert die restlichen, aufgeschlossenen leichten Partikel des Materialstroms. Hierbei werden die unterschiedlichen Materialgrößen in den drei Kammern parallel aufbereitet, wobei zwei Unwuchtmotore für das erforderliche Schwingen der Kammern sorgen. Die Luftgeschwindigkeit und jede Luftspülklappe sind hier für sich separat und individuell einstellbar.

Erfolg hat viele Gründe

Mit der Anlage von JÖST und BPS sind Metallreinheiten von mehr als 98 Prozent möglich. Dank eines zusätzlichen optischen Sortiergerätes können bei der Fraktion 3 mm noch Schwermetalle wie z.B. Kupfer von Leichtmetallen wie z.B. Aluminium getrennt werden. Die komplette Anlage benötigt durch die Entwicklung des RecoverMax-Separator nur ein Minimum an Energie und Kosten für den Verschleiß im Vergleich zu anderen Anlagen, die mit Zerkleinerungstechnik wie beispielsweise Hammermühlen arbeiten. Die Betriebs- und Investitionskosten stellen sich laut Hersteller somit wesentlich niedriger dar.

Bereits beim Anlauf der ersten RecoverMax-Anlage in Ohio hatte sich der Präsident von Mill Iron & Metal, Grant Milliron senior, in einem Interview mit Recycling Today geäußert: “Wir sind sehr zufrieden in Hinsicht auf die Metallgewinnung. Das Endprodukt trifft genau meine Erwartungen seit der Inbetriebnahme.“ Dr. Marcus Wirtz, Geschäftsführer von JÖST, sieht die folgenden Gründe für den Markterfolg: “Unsere Maschinen zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie relativ kurz gebaut sind, und passen sich deshalb hervorragend beengten Platzverhältnissen an. Zudem sind die Innenwände wie beim RecoverMax Separator perfekt gegen aggressive Beeinträchtigungen geschützt. Weniger Verschleiß bei hoher Energieeffizienz und besten Recyclingquoten, das bewirkt die Partnerschaft von JÖST und BPS beim Altauto-Recycling.“

JÖST präsentiert sich als IFAT-Aussteller im Mai 2018 auf dem Messegelände in Halle B5, Stand 429. Weitere Informationen sind unter joest.com erhältlich.

Quelle: JÖST GmbH + Co. KG