Eingelagerte Abfallstoffe: Saarland plant Flutung von Bergbau-Schächten

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Aufgelassener Bergbau-Stollen (Foto: © Rainer Klinke / http://www.pixelio.de)

Saarbrücken — „Welche Abfall- und Reststoffe wurden in saarländischen Bergwerken deponiert oder zur Stabilisierung bzw. Verfüllung eingesetzt?“ und „Wie hoch schätzt die Landesregierung das Risiko ein, dass diese Abfall- und Reststoffe bei einer teilweisen Flutung bzw. einer kompletten Flutung in das Grundwasser gelangen?“ Diese Anfrage richtete der Abgeordnete Hubert Ulrich (B90/Grüne) vor wenigen Tagen an die Regierung des Saarlandes.

Der Hintergrund: Seit 1993 wurden im Saarland unter Tage Abfall- und Reststoffe eingelagert oder zur Stabilisierung bzw. Verfüllung von Schächten verwendet. Begonnen wurde mit der Deponierung von 10.000 Fässern mit Asbest-Beton. Darüber hinaus enthält das Konzept zur Verbringung von Reststoffen aus dem Jahr 1993 zum einen sogenannte kohlestämmige Reststoffe, die bei der Verbrenung von Kohle in Kraftwerken übrig bleiben, und zum anderen auch solche Stoffe, die mit dem Abbau oder der Kohle nichts zu tun haben: Stäube aus Müllverbrennungsanlagen, Rückstände aus Bodenwaschanlagen, Stäube und Sande aus Gießereien.

Die RAG Aktiengesellschaft hatte zunächst eine teilweise Flutung der Schächte vorgeschlagen, die einen Anstieg des Grubenwassers um 500 Meter vorsah. Ende Februar 2014 stellte die RAG AG en neues Grubenwasserhaltungs-Konzept für das Saarland vort. Es sieht einen kompletten Anstieg des Grubenwassers vor. Nach Ansicht des Abgeordneten Ulrich können hierdurch vermehrt Giftstoffe ins Oberflächenwasser gelangen. Ebenso besteht die Gefahr einer Verunreinigung des Grundwassers, wenn die Schadstoffe durch das Wasser gelöst werden.

Auch in Nordrhein-Westfalen – so Ulrich – wurde in der Vergangenheit Giftmüll unter Tage verbracht. Hier warnt der ehemalige Abteilungsleiter im Umweltministerium sowie Wasserexperte Harald Friedrich für den Fall einer Flutung der Schächte eindringlich vor Gefahren für das Grundwasser.

Daher erwartet Ulrich Antwort von der saarländischen Regierung auch auf die Frage: „Ist das Grubenwasser, das heute in die Saar gepumpt wird, mit Giftstoffen aus diesen Abfall- und Reststoffen belastet? Wenn ja, mit welchen und in welcher Höhe?“

Die Anfrage ist unter landtag-saar.de dokumentiert.

Quelle: Landtag des Saarlandes