Der DSD-Verkauf an Remondis findet vermutlich nicht statt

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Endstation (Foto: anaterate / Pixabay)

Bonn — Die beiden Haupteigentümer der DSD Holding, die Beteiligungsgesellschaften H.I.G. Capital und Blue Bay, haben die Verkaufsgespräche mit Remondis abgebrochen. Das berichten übereinstimmend die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Zeitschrift Die Welt in ihren Samstagsausgaben. Offenbar war der ausschlaggebende Punkt, der zu diesem Schritt führte, nicht der Verkaufspreis, sondern die nicht unerheblichen kartellrechtlichen Risiken.

Der geplante Verkauf des mit deutlichem Abstand größten Dualen Systems an den Entsorgungsriesen Remondis hatte für erhebliche Unruhe in der Branche gesorgt. bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock warnte früh vor den negativen Auswirkungen auf die immer noch mittelständisch geprägte Branche.

Gegenüber der FAZ sprach Rehbock im Januar von einem „drohenden Existenvernichtungsprogramm für kleinere und mittelständische Unternehmen“. Er könne sich daher nicht vorstellen, so bemerkte er am 1. März gegenüber dem Handelsblatt, dass es „einfach zu einer Genehmigung“ durch die Kartellbehörde komme, denn dies würde zu erheblichen Marktverwerfungen führen.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet heute, dass genau diese kartellrechtlichen Risiken den Deal bislang platzen ließen. So wollte wohl Remondis dieses Risiko bei den Verkäufern belassen. Ob das letzte Wort schon gesprochen ist, steht noch nicht fest. Zwar wird „bestenfalls von einer theoretischen Möglichkeit“ gesprochen, dass die Gespräche noch einmal aufgenommen werden; andererseits waren sowohl die DSD-Eigentümer als auch Remondis zu keiner Stellungnahme bereit.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.