IKB: Versorgungssituation bei Zink und Blei sehr eng

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Zinkerz (Foto: Initiative Zink)

Düsseldorf — Die Zink-Lagerbestände an der LME reduzierten sich bis Ende Februar 2018 weiter auf nur noch 0,13 Mio. t. Der Lagerbestand an der SHFE zog leicht an auf 115.000 t, derjenige an der Comex liegt bei 3.200 t – somit sind letztere vernachlässigbar. Die Bestände entsprechen dem Verbrauch von gut 6 Tagen, meldet die IKB Deutsche Industriebank. Insgesamt ist die Versorgung nochmals knapper geworden. Für 2017 dürfte sich ein Angebotsdefizit von fast 500.000 t ergeben haben.

Die Bleivorräte an der LME liegen bei 126.000 t; diejenigen an der SHFE machen 33.000 t aus. Die Bestände an der Comex sind weiter unbedeutend (<1.000 t). Das absolute Niveau der Bleivorräte entspricht weiter nur dem Verbrauch von knapp 5 Tagen. Damit ist die Versorgungssituation bei Blei sehr eng. Der Markt dürfte 2017 mit einem Defizit von 170.000 t abgeschlossen haben.

Die Zinkminenproduktion dürfte 2017 um rund 4,5 Prozent angezogen sein, während die Raffinadeproduktion infolge eines Rückgangs in mehreren Ländern (u. a. Kanada) geringfügig gesunken sein dürfte. Der Verbrauch erhöhte sich dagegen um gut 1,5 Prozent, was zu dem Angebotsdefizit von 500.000 t geführt haben sollte. Für 2018 erwartet die IKB einen Nachfrageanstieg um knapp 3 Prozent auf dann rund 14,6 Mio. t Reinzink. Dieser Nachfragezuwachs stammt primär aus einer anziehenden Produktion verzinkter Stahlsorten. Der Markt dürfte erneut ein Angebotsdefizit verzeichnen, welches gut 175.000 t ausmachen sollte. Dies stimuliert den Zinkpreis auch ohne Infrastrukturprojekte in den USA weiter. Die IKB prognostiziert für den Zinkpreis bis Ende des zweiten Quartals 2018 eine Bewegung um eine Marke von 3.500 US-$ je Tonne mit einer Schwankungsbreite von 400 US-$.

Die Bleiminenproduktion zog 2017 um knapp 3 Prozent an. Heute stammen 55 Prozent der gesamten Bleiproduktion aus Recyclingmaterial. Die Raffinadeproduktion legte in etwa im gleichen Umfang zu. Der Verbrauch wuchs deutlich stärker (5 Prozent). Insgesamt geht die IKB davon aus, dass der Markt 2017 mit einem Angebotsdefizit von 180.000 t abgeschlossen hat. Im Jahr 2018 dürften Angebot und Nachfrage maximal um 50.000 t auseinanderklaffen: Während der Verbrauch – wie auch die Bleiminenproduktion – nur um rund 1 Prozent anzieht, wird sich die Raffinadeproduktion um über 2 Prozent auf 11,65 Mio. t ausweiten. Daher sieht die IKB für den Bleipreis bis Ende Juni 2018 eine Bewegung um 2.500 US-$ je Tonne mit einer Bandbreite von 300 US-$ je Tonne.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank