IKB: Nickelversorgung stabil, Ferrochrom-Bedarf und Ferromolybdän-Preis anziehend

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2 Euro-Münze mit Nickelgehalt (Foto: ©I-vista /http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — 2017 dürfte bei Nickel ein Verbrauchzuwachs auf knapp 2,2 Mio. t erfolgt sein, berichtet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. Gleichzeitig prognostiziert due IKB eine leicht höhere Nickelproduktion von 2,1 Mio. t. Dies korrespondiert mit einem Angebotsdefizit von 100.000 t, das jedoch bei den vorhandenen Nickelvorräten darstellbar war.

Für das Jahr 2018 sieht die IKB bei weiter anziehender Produktion und höherem Verbrauch erneut ein kleines Angebotsdefizit von ca. 50.000 t. Die Nickel-Lagerbestände an der LME von rund 325.000 t Ende Februar 2018 verhindern jedoch größere Engpässe. Zudem befinden sich noch 56.000 t an der SHFE. Die Ausfuhren von NPI-Erzen (Nickel Pig Iron) aus Indonesien dürften ebenfalls stabilisierend wirken. Die IKB sieht den Nickelpreis bis Ende Juni 2018 in einem Band von 2.000 US-$ um 13.000 US-$ pro Tonne.

Im Zuge der steigenden weltweiten Rostfrei-Produktion ist auch der Bedarf an Ferrochrom deutlich höher geworden. Einer der führenden Produzenten hat für 2018 eine Steigerung seiner Produktion angekündigt. Dies sei auch notwendig, da für die nächsten vier Jahre ein kontinuierlich anziehender Bedarf gesehen wird. Dieser soll durch Angebotsausweitungen in Südafrika, Indonesien und Indien gedeckt werden. Für das erste Quartal 2018 lag der Benchmark-Preis zwischen europäischen Werken und südafrikanischen Ferrochromschmelzen mit 1,18 US-$/lb. um gut 15 Prozent unter dem Niveau des Vorquartals. Die IKB sieht den Ferrochrompreis bis Ende Juni 2018 in einer Bewegung um 8,25 US-$ je kg Reinchromgehalt mit einer Bandbreite von 1,00 US-$ je kg.

Nachdem 2017 die globale Molybdänproduktion kräftig anzog, wird für das Gesamtjahr 2018 ein weiterer Anstieg von 3 – 4 Prozent gesehen. Rund die Hälfte der Minenproduktion erfolgt als Kuppelprodukt im Kupferminenbergbau, deren Produktionsausfälle auch teilweise zu geringerem Molybdänausstoß führten. Allerdings dürfte es zu keinem größeren Angebotsdefizit kommen. Die Investitionstätigkeit in der Öl- und Gasexploration zieht zudem erst verhalten an. Daher ist der Markt für Ferromolybdän noch gut versorgt. Da aber insgesamt rund 70 Prozent der Erzeugung in die Stahlproduktion gehen, dürfte durch die höhere Nachfrage der Edelstahlindustrie im Verlauf des Jahres 2018 auch der Preis anziehen. Vorerst sieht die IKB bis Ende des zweiten Quartals 2018 den Ferromolybdänpreis bei rund 31,00 US-$/kg mit einer Bandbreite von 3,50 US-$ je kg.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank