IKB erwartet für März und April anziehende Schrottpreise

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Warmbandcoil bei ThyssenKrupp Steel (Foto: Stahl-Zentrum)

Düsseldorf — Nachdem die Weltrohstahlproduktion 2017 um 5,5 Prozent angezogen war, stieg diese im Januar 2018 um rund 1 Prozent an. Das Wachstum in Europa (1,4 Prozent) war etwas stärker ausgeprägt, während dieses in Nordamerika rückläufig war (-2,1 Prozent), meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Für 2018 erwartet die IKB einen Anstieg um 2 Prozent. Dies ist vor dem Hintergrund des Basiseffekts 2017 in China beachtlich: Die Produktion in illegalen Stahlwerken wurde geschlossen, die Nachfrage ist in den offiziellen Sektor abgewandert. Die IKB beziffert das Volumen auf rund 100 Mio. Jahrestonnen. In Deutschland erwarten sie eine Tonnage, die 44 Mio. t übersteigen dürfte. Die Türkei zeigte im Januar einen Zuwachs von 7,6 Prozent, der so auch anhalten dürfte. Die Nachfrage im Inland wird quer über alle wichtigen Abnehmerbranchen getragen. Positiv wirken sich weiter auch die Einfuhrzölle aus. Ein Risiko für deutsche Exporteure könnten US-amerikanische Einfuhrzölle darstellen.

Im Durchschnitt des Februar 2018 gaben die Schrottpreise je nach Sorte sowie Region um bis zu 20 € pro Tonne nach. Die türkischen Abnehmer waren zwar unverändert am Markt aktiv, forderten jedoch Preiszugeständnisse von bis zu 30 US-$ pro Tonne. Sowohl Alt- wie auch Neuschrotte waren ausreichend vorhanden. Bei Lieferungen in die Nachbarländer – vor allem nach Italien – wurden leicht geringere Preisabschläge im Vergleich zum Inland gesehen. Die Eisenerz-Spotpreise blieben im Februar weitgehend stabil. Allerdings dürfte im März die Nachfrage der Stahlindustrie anziehen. Zudem hat der Schrotthandel – wohl in Erwartung höherer Preise – zuletzt Mengen zurückgehalten und nicht alle Abnehmer im gewünschten Umfang bedient. Die IKB sieht in den nächsten zwei Monaten anziehende Preise. Das Dezemberniveau 2017 wird wieder erreicht.

Die Spotmarktpreise für Eisenerz frei China stagnierten im Durchschnitt des Februar 2018 weitgehend. Die unverändert gute Erzversorgung begrenzt weitere Preisanhebungen. Die Kokskohlenotierungen sanken um rund 10 US-$ pro Tonne. Nach den Erhöhungen der Vormonate bröckelten die Weltrohstahlpreise leicht ab. Innerhalb Europas verteuerte sich jedoch gegen den Trend Warmbreitband um über 20 € pro Tonne gegenüber dem Vormonat. Verzinkte Bleche verbilligten sich trotz der höheren Zinkpreise um 0,5 Prozent. Walzdraht ermäßigte sich um über 30 € pro Tonne. Bei den europäischen Stahlpreisen erwartet die IKB einen leichten Anstieg im zweiten Quartal 2018. Die Auswirkungen der angekündigten Einfuhrzölle auf Stahl in den USA sind noch nicht abzuschätzen. Hier muss die endgültige Ausgestaltung abgewartet werden.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank