Kautschukindustrie verzeichnet 4,2 Prozent Umsatzsteigerung für 2017

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Reifenlager (Foto: sezay / Pixabay)

Frankfurt am Main — Die konjunkturellen Eckdaten des Wirtschaftsjahres 2017 für die deutsche Kautschukindustrie sehen auf den ersten Blick durchweg positiv aus. So konnte der Branchenumsatz um 4,2 Prozent auf 11,74 Mrd. € ausgeweitet werden. Die Inlandsinvestitionen zogen spürbar an, die Kapazitätsauslastung stieg um 4 Prozent und Produktion und Beschäftigung konnten leicht zulegen. Auch 2018 ist ein Umsatzplus von etwa 2 Prozent möglich. Im Detail stellt sich die Branchensituation aber deutlich komplexer dar und offenbart eine Vielzahl struktureller Herausforderungen für die überwiegend mittelständischen Unternehmen.

Das Umsatzplus der Branche von 4,2 Prozent auf 11,74 Mrd. € setzt sich aus einem Zuwachs im Inlandsgeschäft von 3,3 Prozent und einem Exportanstieg von 6,3 Prozent zusammen. Die Reifenhersteller konnten den Umsatz um 3,3 Prozent erhöhen, die Hersteller von Technischen Elastomer-Erzeugnissen (TEE) um 4,9 Prozent.

Ausschlaggebend für das Umsatzplus war in erster Linie nicht eine Absatzsteigerung, sondern massive Rohstoffpreiserhöhungen, insbesondere im 1. Halbjahr 2017. Die Verkaufserlöse wurden also wesentlich durch die Rohstoffpreise bestimmt. Bei TEE setzte zusätzlich die stetig steigende Nachfrage nach TPE-Produkte positive Impulse.
Im Einzelnen: Die Reifenhersteller konnten den Stückabsatz in der Summe von Reifen-Erstausrüstung und – Ersatzbedarf nur marginal ausweiten.

Im Inland ging 2017 die Fahrzeugproduktion zurück – die Reifen- Erstausrüstung korreliert hier stark – und der Ersatzbedarf in Deutschland zeigt sich weiterhin gesättigt. Daran ändert auch der Trend zu Ganzjahresreifen, der sich seit 2016 verstärkt abzeichnet, in Summe nichts.

Für das laufende Jahr erwartet die Branche eine Verschärfung der existenziellen Anforderungen an die Unternehmensausrichtung. Der positive gesamtwirtschaftliche Konjunkturzyklus entlastet die Unternehmen und sorgt nicht für zusätzlichen Druck auf die angespannte Ertragslage. Dieser könnte sich allerdings bei den künftigen Lohnkosten auftun. Auch der wirtschaftspolitische Kurs der neuen Bundesregierung enthält kaum industriepolitische Maßnahmen zur Stärkung des Produktionsstandortes Deutschland und der mittelständischen Industrie. In diesem komplexen Umfeld erscheint aktuell ein Umsatzplus von maximal 2 Prozent realisierbar.

Quelle: Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk)