Emissionshandel 2013: weniger Emissionen, aber weiterer Überschuss an Zertifikaten

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Industrieemissionen (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Brüssel — Treibhausgasemissionen aus Anlagen, die am EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) teilnehmen sind im letzten Jahr schätzungsweise um mindestens 3 Prozent zurückgegangen nach den Angaben im Unionsregister. Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard erklärte hierzu: „Die gute Nachricht ist, dass die Emissionen sich sogar noch schneller verringerten als in den vergangenen Jahren, obwohl die Volkswirtschaften Europas sich nun von der Rezession zu erholen beginnen. Der Überschuss an Emissionszertifikaten nimmt jedoch nach wie vor zu, und das bedeutet eine Gefahr für das ordnungsgemäße Funktionieren des CO2-Marktes.“

Hedegaard weiter: „Die Kommission hat Schritte eingeleitet, um diesem Problem mit dem bereits angenommenen ‚Backloading‘ zu begegnen. Da es sich dabei jedoch nur eine vorübergehende Maßnahme handelt, hat die Kommission die Einführung einer Marktstabilitätsreserve vorgeschlagen. Nun ist es am Europäischen Parlament und am Rat, den Vorschlag voranzubringen und bei ihren Diskussionen zügig voranzukommen.“

Rückgang der Emissionen

Das EU-EHS umfasst über 12 000 Kraftwerke und Fertigungsanlagen in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Island, Norwegen und Liechtenstein sowie Emissionen der Luftfahrtunternehmen, die Flüge zwischen den europäischen Flughäfen durchführen. Im letzten Jahr begann der dritte Emissionshandelszeitraum (Phase 3), der bis Ende 2020 läuft.

Die geprüften Treibhausgasemissionen aus ortsfesten Anlagen beliefen sich im Jahr 2013 auf 1895 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Auch wenn es aufgrund der Erweiterung des Geltungsbereichs des EU-EHS im dritten Handelszeitraum schwierig ist, eine Methode zu finden, mit der die Veränderung der Emissionen gegenüber 2012 zuverlässig bewertet werden kann, wird geschätzt, dass die Emissionen im Jahr 2013 unter gleichen Voraussetzungen bei mindestens 3 Prozent liegen unter dem Wert des Jahres 2012. Die durch die Ausweitung seines Anwendungsbereichs zusätzlich unter das EU-EHS fallenden Emissionen werden auf 79 bis 100 Million Tonnen geschätzt.

Zunehmender Überschuss an Zertifikaten

Der kumulierte Überschuss an Emissionszertifikaten stieg von fast 2 Mrd. Ende 2012 im Erfüllungsjahr 2013 weiter an und erreichte mehr als 2.1 Mrd. Die Zahl für 2013 berücksichtigt den Tausch von internationalen Gutschriften in Zertifikate, den Verkauf von Phase 3-Zertifikaten zur Bereitstellung von Mitteln für das Programm NER 300 zur Förderung innovativer Technologien mit geringem CO2-Ausstoß, die zugeteilten Zertifikate für 2013 und die Versteigerung von Phase 3-Zertifikaten im Jahr 2013. Für das Jahr 2014 wird erwartet, dass der Überschuss zu sinken beginnt, da mit der Umsetzung des sogenannten Back-loading im ersten Quartal 2014 begonnen wurde.

Vorschriften weitgehend eingehalten

Die Betriebe haben auch diesmal wieder die EU-EHS-Vorschriften größtenteils eingehalten. Nur weniger als ein Prozent der Anlagen, die Emissionsdaten für 2013 vorgelegt haben, gaben bis zum Stichtag 30. April 2014 nicht genügend Zertifikate für ihre Gesamtemissionen ab. Hierbei handelt es sich in der Regel um kleine Anlagen, die zusammen für weniger als ein Prozent der Emissionen im Rahmen des EU-EHS verantwortlich sind. Für dieses erste Berichtsjahr des dritten Handelszeitraums legten etwa 3 Prozent der ortsfesten Anlagen, die im Jahr 2013 Reduktionsverpflichtungen zu erfüllen hatten, bis zum 30. April 2014 keine Emissionsdaten vor.

Tausch von internationalen Gutschriften

Seit 2013 können Gutschriften für Investitionen in Projekte zur Emissionsreduzierung in Drittländern zur Einhaltung von Verpflichtungen nicht mehr direkt abgegeben werden, sondern müssen gegen Zertifikate getauscht werden. Von den 132,8 Millionen Gutschriften, die bis zum 30. April 2014 in Zertifikate umgewandelt wurden, waren 50 Prozent zertifizierte Emissionsreduktionen (CER) und 50 Prozent Emissionsreduktionseinheiten (ERU ). Diese CER und ERU sind nur einer begrenzten Zahl von Ländern zuzurechnen: 80 Prozent der CER stammten aus China und fast 5 Prozent aus Indien, 70 Prozent der ERU stammten aus der Ukraine und 25 Prozent aus Russland.

Weitere Informationen über die Art und Anzahl von Gutschriften, die bis zum 30. April 2014 umgetauscht wurden, aufgeschlüsselt nach Ursprungsländern und Projekten, sind unter ec.europa.eu abrufbar.

Quelle: EU Kommission