Nebuma: Hochtemperatur-Wärmespeicher recycelt industrielle Abwärme

689
Bei der mobilen Ausführung ist das Speichermaterial in Standardcontaintern untergebracht (Quelle: Nebuma)

Saarbrücken — Die Nebuma GmbH aus Saarbrücken will im März stationäre und mobile Hochtemperatur-Wärmespeicher für energieintensive Gewerbe und Kraftwerksbetreiber auf den Markt bringen. Wärmeüberschüsse können nun auf hohem Temperaturniveau zwischengespeichert und ausgemittelt werden, so dass der wirtschaftliche Einsatz gegeben ist. Die Amortisation der Speicher soll oft bereits in drei Jahren erreicht sein.

Als Block- und Granulatspeicher möglich

Der stationäre Blockspeicher recycelt die Abwärme direkt beim Produzenten. Das Speichermaterial ist steinartig und wird mit vielen Wärmeträgermedien wie Öl, Salz, Dampf oder heißen Gasen beladen. Je nach Anwendung kommen Block- oder auch Granulatspeicher zum Einsatz. Beide Varianten können in stationären und mobilen Systemen umgesetzt werden. Die Kapazitäten sind bei stationären Einheiten frei planbar. 20 Megawattstunden können ebenso dargestellt werden wie 6,4 Gigawattstunden oder mehr.

Eine Spezialität des Unternehmens ist die mobile Variante in der Ausgestaltungsform eines Granulatspeichers, der direkt mit heißen Abgasen beladen werden kann. Ein vorgeschalteter Wärmetauscher ist meist nicht notwendig. Zur „Entladung“ werden die Container mit LKW´s zum Verbraucher gebracht. Je nach Ausführung haben die Granulatspeicher bei 500°C Kapazitäten von 4 MWh, 8 MWh bzw. 18 MWh. Die maximalen Betriebstemperaturen hängen lediglich vom Wärmeträgermedium ab. Bei Thermalöl sind dies beispielsweise 380°C, bei heißerem Abgas können auch bis zu 1.300°C aufgenommen werden.

Zur Erzeugung von Strom, Kälte und Prozesswärme

Bei einem Pilotprojekt in St. Ingbert (Saarland) hat Nebuma im vergangenen Jahr bereits gezeigt, wie das Konzept funktioniert. Das innovative Technologieunternehmen hatte bei einem Schleifscheiben-Hersteller mit 1.300 Grad Celsius Ofenbetrieb einen 3 MWh-Granulatspeicher installiert. „In Kürze wollen wir auch die Abwärme von Müllverbrennungsanlagen nutzen und überschüssigen Strom aus Windkraftanlagen und Blockheizkraftwerken speichern“, erwartet Nebuma-Geschäftsführer Dr. Martin Schichtel.

Laut Schichtel bläst die Industrie in Deutschland jedes Jahr rund 280.000 MWh Abwärme in die Atmosphäre: „Mit unserem Konzept kann man sie umweltschonend und gewinnbringend für die Erzeugung von Strom, Kälte oder Prozesswärme nutzen.“

Die Nebuma GmbH präsentiert sich und ihre Produkte auf der Fachmesse Energy Storage Europe, die vom 13. bis zum 15. März in Düsseldorf stattfindet, in Halle 8b, Stand F02.

Quelle: Nebuma GmbH