EBS-Anlage im Industriepark Höchst meldet Rekordwert und freie Kapazitäten

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Hat noch freie Kapazitäten: die Ersatzbrennstoff-Anlage im Industriepark Höchst (Foto: © 2018 Infraserv GmbH & Co. Höchst KG)

Höchst — Im zehnten Jahr ihres Bestehens hat die T2C GmbH, die Betreibergesellschaft der Ersatzbrennstoff-Anlage im Industriepark Höchst, erstmals mehr als 500.000 Tonnen Abfall thermisch verwertet. Die Menge könnte weiter gesteigert werden: Eine Größenordnung von bis zu 200.000 Jahrestonnen an freier Verbrennungskapazität steht noch zur Verfügung. Die Belieferung übernehmen Kooperationspartner, die hauptsächlich in der Rhein-Main-Region ansässig sind und in hochspezialisierten Aufbereitungs- und Recyclinganlagen aus Abfall Ersatzbrennstoffe (EBS) und Materialien zum stofflichen Recycling herstellen.

1,7 Millionen Tonnen Dampf produziert

Die Verwertung heizwertreicher Abfälle in der EBS-Anlage im Industriepark Höchst trägt dazu bei, dass der 4,6 Quadratkilometer große Chemie- und Pharmastandort weniger fossile Brennstoffe benötigt, um die Versorgung der rund 120 Produktionsanlagen sicherzustellen. Ein Teil der Energie, die von den mehr als 90 Unternehmen am Standort benötigt wird, wird klimaneutral in der der Ersatzbrennstoffanlage erzeugt. Im vergangenen Jahr produzierte die EBS-Anlage im Industriepark Höchst mehr als 1,7 Millionen Tonnen Dampf – das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 100.000 Haushalten.

Somit sieht der Betreiber die EBS-Anlage als Erfolgsstory für den Industriepark Höchst – trotz technischer Probleme beim Übergang in den Regelbetrieb und trotz der Finanz- als auch Marktrisiken, mit denen das 300-Millionen-Euro-Projekt verbunden war. Die T2C GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Standortbetreibergesellschaft Infraserv Höchst, hat diese Herausforderungen erfolgreich bewältigen können.

Klärschlamm-Entsorgung mit Zukunft

„Die Mengensteigerung des vergangenen Jahres ist das Ergebnis verschiedener technischer Optimierungen, mit denen die Leistungsfähigkeit unserer Anlage immer weiter gesteigert wird“, erklärt Wolfgang Keßler, Geschäftsführer der T2C GmbH. Auch die Einsatzmaterialien wurden aufgrund regulatorischer Vorgaben ergänzt: Zusammen mit den heizwertreichen Ersatzbrennstoffen (EBS) verwertet das Unternehmen nun auch Klärschlamm.

Klärschlamm mit EBS zu verbrennen ist doppelt sinnvoll. Neben der verbesserten Anlagenfahrweise erschließt die T2C GmbH auf diese Weise auch einen zukunftweisenden Entsorgungsweg für die Klärschlämme, die in Zukunft aufgrund ihrer Belastung nicht mehr in der Landwirtschaft verwendet werden dürfen. Mit fünf hochmodernen Wirbelschichtanlagen bietet Infraserv Höchst im Industriepark für Betreiber von Kläranlagen schon heute Entsorgungsalternativen zur landwirtschaftlichen Verbringung.

Mit Blick auf Phosphorrecycling

In diesem Zusammenhang wird auch an dem Zukunftsthema Phosphorrecycling gearbeitet. Denn Klärschlämme enthalten wertvolle Rohstoffe, die viel zu schade für die Deponie oder den Acker sind. Ein Chemiestandort wie der Industriepark Höchst bietet mit dem umfassenden Experten-Know-how und dem Innovationspotenzial optimale Möglichkeiten, zukunftsweisende Verfahren zu entwickeln und in großindustrielle Maßstäbe zu überführen.

Quelle: Infraserv GmbH & Co. Höchst KG