Neues Textil-Markierungsverfahren: Nachhaltigen Stoffen auf der Spur bleiben

1046
Spektrometer zum Auslesen der Stoffmarkierung (Foto: © Tailorlux)

Münster — Kleidung vom Anbau der Rohstoffe bis zum fertigen Produkt umweltverträglicher produzieren: Dazu ist eine transparente Lieferkette nötig, bei der jederzeit überprüft werden kann, wo die einzelnen Bestandteile herkommen. Dies ist bisher nicht ohne Weiteres möglich; doch das möchte die Tailorlux aus Münster für die Produktion von Biobaumwolle bald ändern.

Das Unternehmen will die Bio-Baumwoll-Fasern bereits in der Mühle markieren und so während des gesamten Produktionsverlaufs zurückverfolgen können. Die DBU fördert das Projekt fachlich und finanziell mit 100.000 Euro.

Transparente Lieferketten fördern Glaubwürdigkeit

„Das Entwickeln, Gestalten und die Akzeptanz umweltschonender Produkte ist zentral, um Ressourcenverbrauch und negative Umwelteinwirkungen zu verringern“, erläutert DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Immer mehr Programme und Initiativen würden sich deshalb dafür einsetzen, Kleidung nachhaltiger herzustellen. Dabei müsse die Herkunft jedes Fadens jederzeit nachvollziehbar sein. Um dieses Ziel zu erreichen, plant Tailorlux eine verdeckte Produktmarkierung für Biobaumwolle, wie sie für Pullover, Jeans und Co verwendet wird. Bereits in der Mühle würden die Fasern so markiert, dass ein einfaches Handgerät die notwendigen Informationen lesen könne.

Dabei sei die Markierung für das menschliche Auge unsichtbar und verändere nicht die Materialeigenschaften. Mit einem tragbaren Spektrometer soll es möglich sein, die Markierung im Stoff auszulesen und damit den Anteil der Bio-Baumwolle festzustellen. Geschäftsführer Alex Deitermann erklärt: „Mit dem Verfahren soll nicht nur ermittelt werden können, ob der nachhaltig angebauten Baumwolle andere Fasern zugemischt wurden, sondern auch wie viel.“

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt