IKB: Stahlpreise tendieren seitwärts, Kupferraffinade-Produktion stagniert

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Stahlschrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf — Die Weltrohstoffpreise legten im Januar 2018 auf breiter Front um 8,9 Prozent zu. Eine auf Wachstum gestimmte Weltwirtschaft – ebenfalls mit breiter Basis – und ein wieder schwächerer US-Dollar waren die Ursachen, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Die globale Rohstahlproduktion stieg im Jahr 2017 um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Deutschland wuchs sie um 3,5 Prozent, in der EU um 4 Prozent. Für 2018 erwartet die IKB weltweit einen Anstieg der Rohstahlproduktion um 2,5 Prozent. Die Schrottpreise erhöhten sich im Januar 2018 um durchschnittlich 10 €/t. Die Eisenerzpreise zogen im Monatsmittel um gut 4 US-$ an. In Europa blieben die Preise für Warmbreitband (+1 Prozent) sowie für verzinkte Bleche (+0,3 Prozent) nahezu stabil. Bei Walzdraht dagegen erfolgte ein Anstieg von 8 Prozent. Allerdings dürfte dieser sein Niveau nicht halten. In der Tendenz gehen bis Ende Q1 2018 die Stahlpreise seitwärts, Walzdraht hat Korrekturpotenzial nach unten. Für Schrott sollten sich im Februar leicht niedrigere Preise ergeben.

2017 erhöhte sich die globale Primäraluminiumproduktion um 5,8 Prozent. In China stieg diese um 10 Prozent, während sie in Nordamerika und Europa stagnierte. Für das Gesamtjahr 2018 erwartet die IKB eine weltweite Primäraluminiumproduktion von 64 Mio. t. Die Lagerbestände an der LME bewegen sich mit knapp 1,08 Mio. t auf dem Niveau des Vormonats; diejenigen der SHFE stiegen auf 791.000 t. Die investive Nachfrage sank dagegen im Januar um ein Fünftel im Vergleich zum Vormonat. Insgesamt ist die Versorgung immer noch gut. In der Tendenz sieht die IKB für die Primäraluminiumpreise bis März 2018 weiterhin eine Bewegung um die Marke von 2.200 US-$ je Tonne mit einem Band von 250 US-$; die Preise von Recyclingaluminium oszillieren um 1.950 US-$ je Tonne.

Bis Ende Oktober 2017 sank die globale Kupferminenproduktion um 2,6 Prozent. Der Verbrauch und die Raffinadeproduktion (getragen von vermehrtem Recycling) stagnierten weitgehend. Dies korrespondierte zu einem Angebotsdefizit von 175.000 t. Die Lagervorräte an der LME lagen Ende Januar 2018 bei knapp 306.000 t, an der SHFE bei 164.000 t. Für das Gesamtjahr 2018 sieht die IKB einen Weltverbrauch von 24,3 Mio. t. Langfristig positive Impulse kommen von der E-Mobility sowie der ITK-Branche und der Renewables Industrie. In der Tendenz prognostiziert die Deutsche Industriebank für die Kupfernotierung bis Ende des ersten Quartals 2018 eine Bewegung in einem Band von 600 US-$ um die Marke von 7.100 US-$ je Tonne.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank