ARA: Vorjahresleistung übertroffen und Leistungsportfolio erweitert

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Die ARA-Vorstände Dr. Christoph Scharff und Ing. Werner Knausz (2.u.3.v.l.) (Foto: ARA)

Wien — Das Jahr 2013 war für die Altstoff Recycling Austria AG ein besonderes Jahr: 20 Jahre nach ihrer Gründung konnte die ARA durch weitere Tarifsenkungen für die Wirtschaft und hohe Sammel- und Verwertungsergebnisse neuerlich ihre Stärken beweisen. Gleichzeitig wurden mit der Novellierung des Abfallwirtschaftsgesetzes die Weichen für die Zukunft der Verpackungssammlung in Österreich neu gestellt.

Die Erfassungsmenge an Verpackungen erhöhte sich von 2012 auf 2013 leicht um knapp 1 % auf rund 835.500 t, wobei 62 % aus dem Konsumentenbereich stammten und 38 % bei Industrie und Gewerbe anfielen. Einen Zuwachs gab es bei Metall. Auch die Menge an Glas- und Leichtverpackungen stieg ein wenig an, während bei Papier und Holz leichte Rückgänge zu verzeichnen waren. Die Pro-Kopf-Sammelmenge an Verpackungen und Altpapier lag mit 117,4 kg im Jahr 2013 auf dem Vorjahresniveau. Den Spitzenplatz im Bundesländer-Ranking belegte erneut Vorarlberg mit 148,6 kg vor Burgenland mit 140,3 kg.

Mit verantwortlich für die guten Sammelergebnisse war eine weitere Verbesserung der Infrastruktur im Haushaltsbereich: Die Zahl der Sammelbehälter wurde um 4,4 % angehoben. Den ÖsterreicherInnen stehen heute in Summe mehr als 1,6 Millionen Container für die getrennte Verpackungssammlung zur Verfügung. Besonders stark ausgebaut wurde das Holsystem für Altpapier, beispielsweise durch großflächige Umstellungen in Vorarlberg. Zudem schloss die ARA rund 44.000 Haushalte (+ 3 %) zusätzlich an die bequeme Sacksammlung für Leichtverpackungen an, darunter allein etwa 19.500 Haushalte in Wien.

Alle Quoten eingehalten oder übertroffen

Von der Gesamtleistung konnten rund 782.800 t dem Recycling zugeführt werden. Müll, Nichtverpackungen und plangemäß mitgesammelte Getränkeverbundkartons wurden davor aussortiert. 86 % gingen in die stoffliche Verwertung, der Rest wurde thermisch oder energetisch genutzt. Die ARA schließt mit ihrem Verpackungsrecycling regionale Stoffkreisläufe und liefert Rohstoffe für die heimische Industrie: Mehr als 90 % der Verwertung erfolgt in Österreich.

Die vom Umweltministerium vorgegebenen Erfassungs- und Verwertungsquoten konnten auch 2013 bei allen Packstoffen eingehalten oder übertroffen werden.

Engagement für Abfallvermeidung und Ressourceneffizienz

Über das Recycling hinaus engagiert sich die ARA auf den Gebieten der Abfallvermeidung und Ressourceneffizienz. „Die Einführung der erweiterten Produzentenverantwortung und damit der getrennten Verpackungssammlung vor mehr als zwanzig Jahren löste Kostenbewusstsein und weitreichende abfallvermeidende Effekte aus. Während sich das Bruttoinlandsprodukt in Österreich seit 1991  um 52 % erhöht hat, ist der Verpackungsverbrauch unverändert geblieben. Diese positive Entwicklung ist nicht zuletzt auf das Interesse der Wirtschaft zurückzuführen, auch aus Kosten- und Effizienzgründen den Verpackungsverbrauch zu optimieren“, erklärt ARA Vorstand Christoph Scharff.

Seit 2004 hat die ARA zusätzlich rund 4 Mio. Euro in die Förderung von Abfallvermeidung investiert. So wurde die 2005 von der ARA initiierte „Förderinitiative Abfallvermeidung“, die sich in den letzten Jahren gut etabliert hat, auch 2013 fortgesetzt. Die ARA unterstützt dabei Projekte in Unternehmen, kommunalen Dienststellen, Betrieben, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen. Im F&E-Bereich engagiert sich die ARA als Mit-Initiator und Industriepartner beim Christian-Doppler-Labor „Anthropogene Ressourcen“ an der Technischen Universität Wien, das sich mit der Nutzbarkeit von Infrastruktureinrichtungen und Konsumgütern als Rohstofflager beschäftigt.

Preise weiter gesunken

Die Lizenztarife werden bei der ARA als Non-Profit-Unternehmen im Sinne der Kostenwahrheit strikt nach dem Aufwand kalkuliert, den die einzelnen Packstoffe verursachen. 2013 sanken sie gegenüber dem Vorjahr in zwei Schritten. Für 2014 weist die ARA mit durchschnittlich 121 Euro/Tonne die niedrigsten Preise seit ihrer Gründung aus. „Das niedrige Tarifniveau ist das Ergebnis unserer laufenden Effizienzsteigerungen und unserer Non-Profit-Gestion, nach der wir Zufallsgewinne über Tarifreduktionen wieder unseren Kunden zu Gute kommen lassen. Dieses niedrige Niveau wird jedoch in Zukunft voraussichtlich nicht zu halten sein“, sagt ARA Vorstand Werner Knausz. „Denn durch die Ausweitung der Produzentenverantwortung im neuen Abfallwirtschaftsgesetz entstehen zusätzliche Kosten, die bislang durch die kommunale Müllgebühr gedeckt waren. Es ist also durchaus zu befürchten, dass es ab 2015 – trotz eines breiteren Wettbewerbs – nicht zu sinkenden Preisen kommen wird, sondern wahrscheinlich sogar zu Preiserhöhungen.“

Neuer Service: Europaweite Entpflichtung

Für ihre mehr als 16.000 Kunden hat die ARA im vergangenen Geschäftsjahr ihr Leistungs- und Service¬portfolio weiter ausgebaut: So bietet die ARA seit 2013 die Entpflichtung für den gesamten EU-Raum an. Kunden können damit Verpackungen grenzüberschreitend mit nur einem Partner rechtssicher entpflichten.

Neues Abfallwirtschaftsgesetz bringt Klarheit

Die Novelle zum Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) im September 2013 war von der ARA lang erwartet worden. „Wir haben nun endlich die nötige Klarheit über die wesentlichen Rahmenbedingungen unserer künftigen Arbeit und können uns danach ausrichten.“ Für den viel diskutierten intensiveren Wettbewerb fühlt sich Knausz gut gerüstet. „Wir sind ausgezeichnet aufgestellt. Und es ist im Grunde keine neue Situation. Einige unserer Mitbewerber feiern zwar die Neuregelung als bahnbrechend. Tatsächlich gibt es aber seit 1997 Wettbewerb im Gewerbebereich, und wir kennen diese Marktrealität sehr gut. Nun haben wir auch im Haushaltsbereich die Chance zu beweisen, dass die ARA das beste Angebot aus Preis, Leistung, Service und Rechtssicherheit bietet.“

„In jedem Fall muss das neue Abfallwirtschaftsgesetz dafür sorgen, dass sich in Österreich keine deutschen Verhältnisse entwickeln.“ Knausz spielt damit darauf an, dass in Deutschland ein funktionierendes System durch mangelnde Kontrollen aller Marktteilnehmer massiv beschädigt wurde. Einer gleichbleibenden Sammelmenge aus Haushalt und Industrie stehen seit Jahren stark sinkende Lizenzmengen gegenüber. Die Kosten-Einnahmen-Schere geht immer weiter auf und belastet ehrliche Unternehmen sowie Konsumenten auf unfaire Weise. In Deutschland werden derzeit bereits mehr als 50 % der Verpackungen unlizenziert in Verkehr gebracht, in Österreich liegt die Trittbrettfahrerquote unter 10 %. „Um diese Quote auch weiterhin niedrig zu halten, brauchen wir in Österreich effektive Kontrollen durch die Aufsichtsbehörde.“

Quelle: Altstoff Recycling Austria AG