Deutsche Kautschukindustrie für Einsetzung eines Bundesbeauftragten für Rohstoffe

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Neureifen-Lager (Foto: sezay / Pixabay)

Berlin — Die Europäische Kommission hat im September 2017 mit Naturkautschuk erstmalig einen organischen Rohstoff in die Liste kritischer Rohstoffe für die EU aufgenommen. Die Liste soll Rohstoffe mit hohem Versorgungsrisiko und großer wirtschaftlicher Bedeutung ermitteln, da ein verlässlicher und ungehinderter Zugang dazu für die europäische Industrie und die Wertschöpfungsketten ausgesprochen wichtig ist. In diesem Zusammenhang fordert der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) die Einsetzung eines Bundesbeauftragten für Rohstoffe.

„Ein solcher zentraler Koordinator könnte nicht nur bei Naturkautschuk, sondern auch bei anderen Rohstoffen für die Unternehmen und damit für den Industriestandort Deutschland von hohem Nutzen sein“, wirbt wdk-Hauptgeschäftsführer Boris Engelhardt für die Idee. Neben dem Hauptanwendungsbereich der Reifenherstellung wird Naturkautschuk unter anderem für Latexprodukte wie Hygiene- und Tauchartikel, für Bau- und Brückenlager, als Schäume für Matratzen oder Teppichrücken, als Bindemittel oder für Klebstoffe verwendet.

Die Aufnahme von Naturkautschuk in die Liste kritischer Rohstoffe für die EU zeige, dass die deutsche Kautschukindustrie mehr Aufmerksamkeit benötige. Auch aufgrund der zahlreichen Anwendungsfelder von Gummi- und Elastomer-Produkten seien aktuell verschiedene Ministerien und Behörden für diese wichtige Branche zuständig. Dadurch gingen mögliche Synergieeffekte verloren. Der wdk sehe deshalb die dringende Notwendigkeit für eine zentrale Koordinierungsstelle für Rohstoff-Fragen auf Bundesebene, so sein Hauptgeschäftsführer: „Ein solcher Bundesrohstoffbeauftragter könnte die Rohstoffstrategie der Bundesregierung zusätzlich unterstützen, Forschungs- und Fördermittel des Bundes verwalten und als zentraler Ansprechpartner nicht nur der deutschen Kautschukindustrie fungieren.“

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) ist die Spitzenorganisation der deutschen Hersteller von Bereifungen und Technischen Elastomer-Erzeugnissen. Er vertritt gut 160 Unternehmen mit rund 75.000 Beschäftigten und einem Gesamtjahresumsatz von mehr als elf Milliarden Euro.

Quelle: wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V.