Effizienz-Preis NRW für neuartiges Adsorber-Textil zur Rückgewinnung von Edelmetallen

905
Dr. Klaus Opwis ist mit seinem Team Erfinder des Textils zur Metallrückgewinnung. (Foto: © 2018 Effizienz-Agentur NRW)

Essen/ Krefeld — Die Deutsches Textilforschungszentrum Nord-West gGmbH hat den Effizienz-Preises NRW 2017 gewonnen. Mit einem innovativen, ressourcenschonenden Adsorber-Textil, mit dem kostengünstig wertvolle Edelmetalle wie Platin, Gold, Silber oder Palladium aus wässrigen Lösungen zurückgewonnen werden können, überzeugte das Krefelder Unternehmen die Fachjury.

Mit dem in Krefeld entwickelten Textil können hochwertige Metalle kostengünstig zurückgewonnen werden, auch wenn sie in Prozesswässern nur schwach konzentriert enthalten sind. Diese Wässer fallen in der metallverarbeitenden Industrie in großen Mengen an; die weitere Metallrückgewinnung aus ihnen lohnte sich aber bisher nicht oder war technisch unmöglich. Durch das innovative Produkt ergeben sich nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische Vorteile – nicht allein durch die höhere Ressourceneffizienz. So können zum Beispiel auch in der Trinkwasseraufbereitung problematische Metalle wie Arsen oder das krebserregende Chromat zurückgehalten werden.

Leitet man edelmetallhaltiges Wasser über das Textil, wird das Metall zurückgehalten und reichert sich dort an. Anschließend wird das Material verbrannt, die Asche metallurgisch aufbereitet und so das Metall zurückgewonnen. „Die Textilien sind kostengünstig. Ihre Verbrennung können wir uns leisten, weil die Metalle so wertvoll sind“, sagt Dr. Klaus Opwis, der mit seinem Team am DTNW Erfinder des patentierten Textils ist. „Aber auch da suchen wir nach besseren Lösungen.“ Denkbar sei zum Beispiel auch die Verwendung von Recycling-Polyester.

Das Geschäftsmodell, auf das Opwis und die kooperierenden Unternehmen setzen wollen, ist denkbar einfach: Beim Kunden bauen sie je nach anfallender Prozesswassermenge eine mobile oder stationäre Filtrationsanlage auf, in der tageweise oder dauerhaft im Betrieb gereinigt und das gewonnene Metall anschließend vergütet wird. Wie beim Contracting teilen sich Industrie und Anlagenbetreiber den Gewinn. So profitieren beide, einschließlich Umwelt, Klima und Gesellschaft. „Wir haben noch sehr viele Ideen“, sagt Opwis.

Die Einfachheit des Verfahrens und die hohe Werterhaltung gefielen der Jury des Effizienz-Preises NRW besonders. „Das ist Ressourceneffizienz im besten Sinne“, lobt Jury-Mitglied Gabriele Poth vom Zentrum für Umwelt und Energie der Handwerkskammer Düsseldorf. Mit dem Hauptpreis belohnen die Jury-Mitglieder auch die gelungene Kooperation von Ideengeber und umsetzenden Unternehmen sowie die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten.

Der „Effizienz-Preis NRW – Das ressourceneffiziente Produkt“ wird von der Effizienz-Agentur NRW verliehen, die im Auftrag des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums arbeitet. Der Preis würdigt innovative Produkte und Dienstleistungen von kleinen und mittleren Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, die wesentliche Effizienzfaktoren miteinander verbinden – beispielsweise eine ressourcenschonende Produktentwicklung, umweltgerechte Herstellung und reduzierte Umwelteinflüsse während des Produktlebens sowie eine umfassende Recyclingfähigkeit. Der Preis ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert.

Quelle: Pressebox / Effizienz-Agentur NRW