Abstimmung des EU Parlaments stellt Weichen für nachhaltige Holznutzung

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Gefällte Baumstämme (Quelle: StockSnap / Pixabay)

Wien — Die Abstimmung zur EU-Richtlinie für Erneuerbare Energien ist ein wichtiger Schritt Europas in Richtung kreislaufbasierter Bioökonomie. Denn die Abgeordneten hätten sich für die nachhaltige Holznutzung und gegen die ineffiziente Ökostromförderung der Holzverbrennung ausgesprochen, urteilt die Wirtschaftskammer Österreich.

Holz ist zu schade, um es nur zu verbrennen. Das hätten auch die Abgeordneten zum Europäischen Parlament erkannt und deshalb mit ihrer Abstimmung über die Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (REDII) eine wichtige Forderung der Papierindustrie übernommen. Die Papierindustrie kämpfe seit Jahren gegen die geförderte Verbrennung von Holz – ihrem wichtigsten Rohstoff. „Wir freuen uns sehr, dass die EU-Abgeordneten erkannt haben, wie wichtig der nachhaltige Umgang mit dem Rohstoff Holz ist. Die Papierindustrie leistet hier einen wertvollen Beitrag zur kreislaufbasierten Bioökonomie, indem sie aus Holz eine Vielzahl an Produkten herstellt, diese recycelt und nur die nicht mehr verwertbaren Reststoffe als erneuerbare Energieträger nutzt“, betont Gabriele Herzog. Die Geschäftsführerin der Austropapier sieht in der Bioökonomie – der Ablöse der Wirtschaftsgrundlage Erdöl durch nachwachsende Rohstoffe– eines der wichtigsten gesellschaftlichen Zukunftskonzepte.

Stark an der Abfallhierarchie orientiert

Seit Jahren würden die Ökostromfördertarife für die energetische Nutzung von Biomasse den Holzmarkt verzerren und zu steigenden Holzkosten für holzbasierte Produktionsbetriebe wie die Papierindustrie führen. Dies könnte nun ein Ende haben, wenn der Europäische Rat der Meinung des Parlaments folgt.

Darüber hinaus setzen die Abgeordneten bei den Nachhaltigkeitskriterien auf gängige Waldbewirtschaftungssysteme, anstatt neue Regeln zu erfinden. Und auch bei der Energiegewinnung aus Abfällen gibt es ein wichtiges Signal: Hier orientiert sich die neue Richtlinie stark an der Abfallhierarchie, wonach das Recycling von Materialien wie Papier klaren Vorrang gegenüber der Verbrennung bzw. Energiegewinnung hat.

Kaskadische Holznutzung ist Standard

Die österreichische Papierindustrie hat durch ihren Bedarf an natürlichen Rohstoffen eine lange Tradition in Sachen Nachhaltigkeit. Der 100-prozentige Bezug von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, mehrfaches Recycling und mehrstufige Abwasserreinigung sind mittlerweile Standard. Die kaskadische Holznutzung – Mehrfachnutzung, Recycling und abschließende thermische Verwertung – und damit einhergehend die optimale Verwertung des wertvollen Rohstoffes Holz hat sie zur Leitbranche der kreislaufbasierten Bioökonomie gemacht. Mittlerweile erzeugen 24 Betriebe 5 Millionen Tonnen Papier und 2 Millionen Zellstoff pro Jahr und zusätzlich noch Textilien, Nahrungsmittelzusatzstoffe wie Kaugummizucker oder den Geschmacksstoff Vanillin. Auch zahlreiche Vorprodukte für die chemische Industrie kommen mittlerweile aus der Papierindustrie und ersetzen erdölbasierte Stoffe. Durch intensive Forschung an weiteren neuen Erzeugnissen aus Holzbestandteilen entwickelt sich die Branche zunehmend in Richtung Bioraffinerie. Im Holz steckt noch viel Potenzial für die Zukunft.

Quelle: Wirtschaftskammer Österreich