Re-source 2014: Fokus auf Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

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Re-source 2014 (Quelle: Umweltbundesamt.at)

Wien — Der schonende und effiziente Umgang mit natürlichen Ressourcen stand im Mittelpunkt der internationalen Fachtagung Re-source 2014 am 29. und 30. April. Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung diskutierten über nachhaltige Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft. Die Konferenz versteht sich als länderübergreifende Zusammenarbeit des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich (BMLFUW), des österreichischen und deutschen Umweltbundesamts, des deutschen Bundesumweltministeriums und des Schweizer Bundesamts für Umwelt.

Auf die Bedeutung der Ressourcennutzung wies Sektionschef Christian Holzer vom BMLFUW hin: „Fortschrittliche Nationen werden ihren Rohstoffbedarf immer mehr aus der bereits bestehenden Infrastruktur und aus den zu Abfall gewordenen Konsumgütern decken“, weist .

Nachhaltig konsumieren, bewusst leben

In Lebensmitteln stecken viel Arbeit und wertvolle Ressourcen wie Wasser, Boden und Energie. Trotzdem landen alleine in Österreich jährlich rund 157.000 Tonnen Lebensmittel und Speisereste im Wert von über einer Milliarde Euro im Restmüll. Die Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“ des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich setzt ein Zeichen für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Durch gezielte Informationen und Sensibilisierung soll der Wert der Lebensmittel verstärkt ins Bewusstsein der Menschen gebracht werden. Ziel ist, die Lebensmittelabfälle im Restmüll um 20 Prozent bis 2016 zu reduzieren.

Urban Mining

Mitteleuropa verfügt über ein enormes Materiallager in Form von Bauwerken oder langlebigen Konsum- und Kapitalgütern. Sobald diese nicht mehr genutzt werden, stehen diese Materialien als Quelle für Sekundärrohstoffe zur Verfügung. „Hier setzt die Idee des Urban Minings an, bei dem bestehende Infrastrukturen erkundet, nicht mehr genutzte Materialien aufbereitet und bestmöglich wieder in die Stoffkreisläufe zurückgeführt werden“, erläutert Ministerialdirigent Dr. Thomas Rummler vom deutschen Bundesumweltministerium. Dazu sind neue Methoden und Techniken wie Gebäudepässe und Kataster als Kartierungsinstrumente notwendig. In Deutschland und Österreich bahnen Initiativen den Weg für den Einsatz des Architektenprogramms „Building Information Modeling“, das Wartung und Rückbau von Gebäuden optimieren soll.

Zurzeit werden in Deutschland im Rahmen mehrerer Forschungsvorhaben im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes diese sogenannten anthropogenen Lager kartiert sowie Werkzeuge entwickelt, die eine Prognose der zukünftig zu erwartenden Sekundärrohstoffpotenziale aus „urbanen Minen“ erlauben. Mithilfe von Urban Mining können Umweltbelastungen und der Treibhausgasausstoß durch die Gewinnung primärer Rohstoffe reduziert als auch Importabhängigkeiten bei Primärrohstoffen verringert werden.

Recycling „seltener Metalle“

„Die Schweiz strebt eine Kreislaufwirtschaft an, weil die Reduktion des Rohstoffverbrauchs unumgänglich ist. Dabei stehen ressourceneffiziente Produkte, deren Produktionsweisen, eine bessere Nutzung und Verwertung und die Schließung der verschiedenen Stoffkreisläufe im Mittelpunkt“, so Gérard Poffet, Vizedirektor des BAFU.

Die Schweiz, Deutschland und Österreich zählen beim Recycling vieler Wertstoffe international zu den Spitzenreitern. Die Ausbeute aus den Abfallstoffströmen der Seltenen Erden, weiterer Technologiemetalle und der Edelmetalle kann jedoch noch stark gesteigert werden. Insbesondere Elektroaltgeräte könnten eine wertvolle Quelle für Schlüsselmetalle werden. Die Montanuniversität Leoben beschäftigt sich damit, wie die Abfallwirtschaft einen möglichst hohen Anteil der seltenen Metalle zur weiteren Nutzung recyceln kann. Damit die Stoffströme im Elektronikschrott erfasst und erkannt werden können, wird in der Schweiz geprüft, wie sich bei der Elektronikschrott-Verwertung Metalle gezielt ausschleusen und verwerten lassen.

Internationale Rohstoffpolitik

Konsumgüter bestehen zunehmend aus Rohstoffen, die rund um den Globus gewonnen werden. Damit steigt die Verantwortung, die Auswirkungen des Rohstoffabbaus auf Mensch, Gesellschaft und Umwelt in Grenzen zu halten. Die Re-source 2014 zeigt sowohl Handlungsoptionen einer verantwortungsvollen Rohstoffpolitik als auch die Möglichkeiten des Handels auf.

Quelle: Ministerium für ein lebenswertes Österreich (BMLFUW)