Spatrol-Verfahren: Pyrolyseanlage verwandelt Kunststoffabfälle in Rohöl

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Letzte Arbeiten an der Pilotanlage (Foto: obs/Enespa AG/zvg)

Appenzell, Schweiz — Die Zukunft der Kunststoffabfall-Verwertung liegt in der Pyrolysetechnologie, meint Cyrill Hugi. Mit seinem innovativen Spatrol-Pyrolyse-Verfahren will der Inhaber und Geschäftsführer der Appenzeller Enespa AG gleich zwei grosse Probleme der Gegenwart lösen: sauberes Entsorgen von Kunststoff und Rohöl-Gewinnung. Mittels Spatrol-Pyrolyse-Verfahren sollen 1.000 kg Plastik zu 700 kg hochwertigem Rohöl umgewandelt werden.

„Wir bieten Investoren erstmalig die Chance, im Zukunftsmarkt des Kunststoffrecyclings ganz nah dabei zu sein. Mit unserem Spatrol-Pyrolyse-Verfahren haben wir genau das entwickelt, was die Zukunft braucht: Riesige Mengen Kunststoff werden nicht einfach verschwinden, z. B. im Meer oder in Deponien, sie werden auch nicht verbrannt, sondern sauber und sinnvoll zu hochwertigem Rohöl recyclet“, betont der Inhaber des Stat-up-Unternehmens.

Pyrolyse – bewährte Technologie

Auf die Idee dazu kam der gelernte Schmied- und Landmaschinenmechaniker sowie Betriebsingenieur vor sechs Jahren bei einem Projekt in Italien. Ziel war es, modulare Blockheizkraftwerke zu konstruieren und mit Rapsöl zu betreiben. Für den verantwortungsbewussten Vater von vier Söhnen war dies eine ökologische Unsinnigkeit: „Lebensmittel verbrennen für die Energiegewinnung ist für mich ein absolutes No-go.“

Für das Recycling von Kunststoffen hat die Enespa jetzt das Spatrol-Pyrolyse-Verfahren entwickelt. Damit wurden die Vorteile der Pyrolyse in einem modularen System vereint. Unterschiedliche Kunststoffarten werden zu wertvollem Rohöl umgewandelt, ohne dass dabei CO2 entsteht. Die finale Testanlage von 150 kg pro Stunde – gebaut in Bulgariens Hauptstadt Sofia – produzierte stabil und kontinuierlich. Nach diesem zweijährigen Testverfahren steht nun alles bereit für den Bau des ersten produktiven Moduls von zweimal 500 kg/h. Später sollen 1.000 kg Plastik 700 Liter Rohöl pro Stunde liefern.

Finanzierung gesucht

Vier Freunde von Cyrill Hugi sorgten für das notwendige Startkapital für die Testanlage. Für die produktive Anlage, die in Deutschland gebaut wird, sucht Cyrill Hugi jetzt insgesamt 2,5 Millionen Franken mittels der Lancierung einer Schweizer Obligationenanleihe. Abnahmeverträge für Endprodukte, Standortverträge und Lieferverträge für Kunststoffmüll sind unterzeichnet, ebenso der Vertrag mit dem Anlagebauer für das Modul mit zweimal 500 kg/h. Cyrill Hugi ist zuversichtlich und ambitioniert: „2018 wird die erste modulare Anlage den Betrieb aufnehmen.“

Weitere Informationen sind unter enespa.eu erhältlich.

Quelle: ots Presseportal