Abfallbilanz: Brandenburger engagieren sich weiter bei der Mülltrennung

1513
Baurecycling (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Potsdam — Auch 2016 haben Brandenburgs Bürger ihr engagiertes Vorgehen bei der Mülltrennung unter Beweis stellen und somit das Wertstoffaufkommen weiter steigern können. Das weisen die jetzt veröffentlichten „Daten und Informationen zur Abfallwirtschaft 2017“ aus, die die Abfallbilanzen zu kommunal entsorgten Siedlungsabfällen, gefährlichen und notifizierungspflichtigen Abfällen für das Jahr 2016 enthalten.

Das Gesamtaufkommen der den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenen Abfälle lag 2016 bei 1.056.000 Tonnen, das sind 425 Kilogramm je Einwohner. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich somit eine Erhöhung um 36.000 Tonnen oder 11 Kilogramm pro Einwohner. Die Erhöhung ist hauptsächlich auf die gestiegene Menge getrennt erfasster Wertstoffe zurückzuführen.

Die Steigerung der über die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger erfassten Wertstoffmengen von 122 Kilogramm pro Einwohner auf 133 Kilogramm pro Einwohner ist insbesondere durch die gestiegene Menge getrennt erfasster Bioabfälle begründet. Das spezifische Bioabfallaufkommen konnte von 58 Kilogramm pro Einwohner auf 67 Kilogramm pro Einwohner gesteigert werden. Neben einer beachtenswerten Mengensteigerung der kompostierbaren Garten- und Parkabfälle war bei den über die Biotonne getrennt erfassten Bioabfällen sogar mehr als eine Verdopplung des Aufkommens gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Damit wird deutlich, dass Brandenburgs Strategie „Qualität vor Quantität“ bei der Einführung der Biotonne greift.

Verwertungsquote gesteigert

Neben den getrennt erfassten Wertstoffen aus der kommunalen Abfallentsorgung wurden noch 77 Kilogramm Verpackungsabfälle durch die dualen Systeme pro Einwohner gesammelt.

Die Verwertungsquote konnte gegenüber dem Jahr 2015 um 5 Prozent gesteigert werden, sodass insgesamt 76 Prozent aller den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenen Abfälle einer Verwertung zugeführt wurden. Der Rest wurde deponiert, thermisch behandelt oder gemeinwohlverträglich beseitigt.

Sonderabfalle von Bauabfällen dominiert

Im Jahr 2016 fielen insgesamt 996.000 Tonnen gefährliche Abfälle an. Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 30.000 Tonnen. Neben den Mengen stieg auch die Verwertungsquote dieser Abfälle um 1 Prozent auf nun 38 Prozent an. Das Gesamtaufkommen der gefährlichen Abfälle wird im Land Brandenburg neben den Abfällen aus der Abfallbehandlung (2016: 256.000 Tonnen) weiterhin von den kontaminierten mineralischen Bauabfällen dominiert (2016: 341.000 Tonnen). Die restliche Menge der gefährlichen Abfälle verteilt sich auf 16 weitere Abfallkategorien. Dabei handelt es sich insbesondere um Altholz, Lösemittel, Schlämme aus Industrieabwässern, Abfälle aus der Chemieindustrie und Verbrennungsrückstände. Etwas weniger als die Hälfte der im Land Brandenburg angefallenen gefährlichen Abfälle wurde in Entsorgungsanlagen außerhalb des Landes entsorgt. Von den außerhalb Brandenburgs erzeugten und im Land Brandenburg entsorgten gefährlichen Abfällen kamen 65 Prozent aus Berlin.

Die Broschüre „Daten und Informationen zur Abfallwirtschaft 2017“ mit den Abfallbilanzen der den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassenen Abfälle sowie den gefährlichen und notifizierungspflichtigen Abfällen steht als Download zur Verfügung unter mlul.brandenburg.de.

Quelle: Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg