Sachsen: Bioabfallsammlung/ -verwertung erreicht nur Hälfte des Bundesdurchschnitts

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Bio-Tonne (Foto: ©Peter Freitag /http://www.pixelio.de)

Dresden — Die Sachsen erzeugten im Jahr 2016 rund 1,35 Millionen Tonnen Haushaltsabfälle; das entspricht 330 Kilogramm pro Kopf, die der öffentlichen Abfallentsorgung durch die Landkreise, Kreisfreien Städte bzw. deren Abfallverbände überlassen wurden. Das geht aus der nun veröffentlichten Siedlungsabfallbilanz für das Jahr 2016 hervor. Zu der Pro-Kopf-Menge gehören 125 Kilogramm Restabfall, 123 Kilogramm Wertstoffe, 56 Kilogramm Bio-, 25 Kilogramm sperrige und etwa ein Kilogramm schadstoffhaltige Abfälle.

Darüber hinaus werden insbesondere Wertstoffe und Bioabfälle aus Haushalten auch durch gemeinnützige und gewerbliche Sammlungen erfasst. Das waren nach den vorliegenden Angaben zusätzlich 55 Kilogramm Wertstoffe, in erster Linie Papier, Metalle, Bekleidung und Textilien sowie 14 Kilogramm Bioabfälle pro Einwohner.

Umweltminister Thomas Schmidt sieht noch Potenzial bei der getrennten Sammlung und Verwertung von Bioabfällen: „Es ist erfreulich, dass im Jahr 2016 pro Kopf drei Kilogramm mehr als im Jahr zuvor gesammelt wurden. Doch auch mit diesem Wert liegen wir Sachsen nur etwa bei der Hälfte des Bundesdurchschnitts“.

Darüber hinaus freut sich Schmidt „sehr über die sichtbaren Anstrengungen vieler Landkreise und der Kreisfreien Städte, die Mengen der getrennt erfassten Bioabfälle zu steigern, sowie über die Bereitschaft der Bürger, ihre Bioabfälle getrennt vom Restabfall zu sammeln. Nur so können sie als wertvoller Rohstoff hochwertig verwertet werde.“ Rund 88 Prozent der über die kommunale Abfallentsorgung eingesammelten Bioabfälle gingen in die Kompostierung, etwa neun Prozent wurden in Biogasanlagen zur Erzeugung von Biogas und von Sekundärrohstoffdünger genutzt.

Zunehmende Bedeutung erhält die Wertstoffwirtschaft als Zulieferer von Rohstoffen. Bereits heute werden in Sachsen 79 Prozent der Haushaltsabfälle verwertet. „Der beste Abfall ist aber der, der gar nicht erst entsteht“, so der Minister weiter. „Insbesondere Lebensmittel landen noch zu oft in der Tonne, ohne dass das notwendig wäre. Abfälle vermeiden, heißt Ressourcen zu schonen“. Auch die Landkreise, Kreisfreien Städte und Abfallverbände in Sachsen haben im letzten Jahr im Rahmen ihrer Abfallberatung und der Öffentlichkeitsarbeit für mehr Abfallvermeidung und für die Wiederverwendung von Produkten geworben.

Die durchschnittliche Abfallgebührenbelastung im Freistaat Sachsen betrug im Jahr 2016 54 Euro pro Einwohner. Im Schnitt musste damit jeder Bürger 1,04 Euro pro Woche für die Abfallentsorgung zahlen.

Die sächsische Siedlungsabfallbilanz 2016 kann unter abfall.sachsen.de heruntergeladen werden. Weitere detaillierte Informationen zu Verkaufsverpackung, Klärschlammaufkommen, Sonderabfälle und Investitionen in den Umweltschutz in Sachsen liefert der Umwelt-Teil des Sächsischen Jahrbuchs 2017 unter statistik.sachsen.de.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft