Karl-Heinz Florenz: Abfallpaket ist ein großer Schritt hinein in die Kreislaufwirtschaft

905
Recyclingkreislauf (Foto: stux / Pixabay)

Brüssel / Neukirchen-Vluyn — „Mit den neuen Zielvorgaben für Recycling und Deponierung haben wir klar den Weg in die Zukunft aufgezeigt: unsere Rohstoffe müssen im Kreislauf gehalten werden“, zeigt sich der EVP-Verhandlungsführer für das Abfallpaket und niederrheinische CDU-Europaabgeordneter Karl-Heinz Florenz zufrieden. „Wir haben den Umwelt- und Klimaschutz, unter anderem mit einer Reduzierung der Deponierung, wesentlich weiter gebracht, aber zugleich auch ein Wirtschaftspaket geschnürt in Form von 80.000 neuen Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum in Milliardenhöhe.“

Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum seien zwei Seiten derselben Medaille. „Europa kann es sich nicht leisten, 2.5 Milliarden Tonnen Rohstoffe wegen miserablem Abfallmanagement zu verlieren; dies gilt insbesondere auch wegen steigender Rohstoffkosten“, erklärte Florenz.

Für eine einheitliche Berechnungsmethode

„Klare, harmonisierte Definitionen sowie eine einheitliche Berechnungsmethode für die Recyclingziele waren mir ein zentrales Anliegen. Nur wenn alle Mitgliedsländer die gleiche Methode anwenden, sind die Recyclingergebnisse vergleichbar. Dies ist derzeit noch nicht der Fall, die meisten nutzen die Methode, mit der sie am besten dastehen.“ Nach Ansicht des CDU Abgeordnete konnte so ein großes Schlupfloch geschlossen werden.

„Ich habe mich erfolgreich dafür eingesetzt, dass unsere KMU auch weiterhin ohne bürokratischen Aufwand ihre Abfälle, die zum Beispiel bei der Reparatur einer Heizung anfallen, transportieren können“, erläutert Florenz. Die deutsche Regelung, dass der Transport gefährlicher Abfälle von bis zu zwei Tonnen nicht registriert werden muss, war mit dem ursprünglichen Richtlinienvorschlag untersagt.

Deutschland wird sich anstrengen müssen
Das Abfallpaket besteht aus vier Berichten: der Abfallrahmenrichtlinie, der Verpackungs- und Verpackungsabfallrichtlinie, der Deponierichtlinie sowie der Richtlinie zur Änderung der Altfahrzeugrichtlinie, der Batterien und Akkumulatoren sowie Altbatterien und Altakkumulatoren und der Elektro-und Elektronikaltgeräterichtlinie. Unter anderem wurden folgende Punkte beschlossen:

  • Recyclingziele von Siedlungsabfall betragen 55 Prozent ab 2025, 60 Prozent ab 2030 und 65 Prozent ab 2035
  • Recyclingziele für Verpackungen betragen 65 Prozent ab 2025 und 70 Prozent ab 2030 mit spezifischen Zielen für spezifische Abfallströme (Plastik, Holz, Eisenmetalle, Aluminium, Glas, Papier und Karton)
  • Deponierung von Siedlungsabfall muss bis 2035 auf 10 Prozent reduziert werden
  • Übergangsregeln für Mitgliedsländer, die von Zielwerten weit entfernt sind
  • separate Sammlung von biologischen Abfällen ab 2024, Textilien und gefährlichen Haushaltsabfällen ab 2025
  • Lebensmittelverschwendung sollte um 25 Prozent bis 2030 und 50 Prozent bis 2030 reduziert werden (unverbindliches Ziel)

Deutschland hat derzeit eine Recyclingquote von Siedlungsabfall von circa 67 Prozent. Aufgrund der geänderten Berechnungsmethode wird die Quote jedoch sinken und sich Deutschland damit auch anstrengen müssen. Beim Recycling von Verpackungen hat sich Deutschland mit dem neuen nationalen Verpackungsgesetz aber im Vergleich höhere Ziele gesetzt.

Quelle: Karl-Heinz Florenz