Abfallwirtschaft in Mecklenb.-Vorpommern: Deutlich höhere Bioabfallmengen in 2016

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Abfalltonnen (Foto: © Rolf van Melis / http://www.pixelio.de)

Güstrow — Die durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) 2016 in Mecklenburg-Vorpommern getrennt erfasste Wertstoffmenge ist gegenüber dem Vorjahr um 6,4 Prozent auf 335.571 t gestiegen. Dies entspricht einem Wertstoffaufkommen von 209 kg pro Einwohner und Jahr (2015: 197 kg/E/a). Insbesondere die über die Biotonne erfasste Bioabfallmenge konnte 2016 deutlich gesteigert werden (plus 39,1 Prozent). Dies ist den neuesten „Daten zur Abfallwirtschaft“ des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG) zu entnehmen.

Siedlungsabfälle geringfügig gesunken

Diese positive Entwicklung lässt sich darauf zurückführen, dass viele örE in den letzten Jahren entsprechende Sammlungen eingeführt bzw. ausgeweitet haben.

Das Aufkommen an Restabfällen, die den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern 2016 von privaten Haushaltungen und dem Kleingewerbe überlassen wurden, ist mit 373.492 t erneut geringfügig gesunken (minus 1,0 Prozent gegenüber 2015) und setzt damit den positiven Trend der letzten Jahre fort. Das Pro-Kopf-Aufkommen an Haus- und Geschäftsmüll liegt 2016 mit 180 kg pro Einwohner und Jahr leicht unter dem Bereich der Vorjahre (2015: 185 kg/E/a).

Die Entsorgungskosten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sind mit ca. 121 Mio. € gegenüber den Vorjahren leicht gestiegen. Dies entspricht im Durchschnitt Entsorgungskosten von 75 € pro Einwohner und Jahr.

Gefährliche Abfälle verringert

Im Jahr 2016 hat die Gesamtmenge der in Mecklenburg-Vorpommern erzeugten gefährlichen Abfälle gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent auf 246.694 t abgenommen. Die Mengen aus dem Bau- und Abbruchbereich (einschließlich Aushub von verunreinigten Standorten) nehmen hier den größten Anteil mit 114.421 t ein. Von den erzeugten gefährlichen Abfällen wurden 87.999 t in anderen Bundesländern entsorgt.

Bei den in Mecklenburg-Vorpommern entsorgten gefährlichen Abfällen war ebenfalls ein leichter Rückgang von 1,8 Prozent auf 349.971 t zu verzeichnen. Die Bau- und Abbruchabfälle (151.881 t) sowie die Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen, öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen und der öffentlichen Wasserversorgung (142.325 t) stellen hier den größten Anteil dar. 191.277 t der entsorgten gefährlichen Abfälle stammten aus anderen Bundesländern.

Grenzüberschreitende Abfallverbringung

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 103.431 t notifizierungspflichtige Abfälle aus anderen Staaten zur Entsorgung nach Mecklenburg-Vorpommern verbracht. Notifizierungspflichtig sind bei Verbringung innerhalb der EU alle gefährlichen Abfälle und alle Abfälle, die zur Beseitigung bestimmt sind. Bei der Ausfuhr aus der EU und bei der Einfuhr in die EU gelten besondere Vorschriften. Die importierte Abfallmenge ist gegenüber dem Vorjahr um 8,3 Prozent gesunken. Aus Mecklenburg-Vorpommern wurden im gleichen Zeitraum 33.562 t Abfälle ins Ausland verbracht (2015: 20.594 t).

Wie in den Vorjahren wurden Abfälle überwiegend zur thermischen Verwertung grenzüberschreitend verbracht (Import: 75,4 Prozent, Export: 94,8 Prozent). Die weiteren Abfälle wurden stofflich verwertet, deponiert oder thermisch beseitigt.

Die Daten zur Abfallwirtschaft 2016 sind unter lung.mv-regierung.de abrufbar.

Quelle: Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG)