Aktive Luftfilterung durch Clean Option: Arbeitsschutz für Müllwerker

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Clean Option ist für neue Abfallsammelfahrzeuge der Kirchhoff-Ecotec Gruppe sowie als Nachrüstsatz für Bestandsfahrzeuge lieferbar (Foto: Zoeller-Kipper)

Mainz-Laubenheim — Schimmelpilze, Viren und Feinstäube (Bioaerosole) bilden Gesundheitsgefahren für Müllwerker bei der Abfallsammlung. Darum sind Arbeitsschutz und speziell Atemschutz für die Müllwerker am Sammelfahrzeug wichtig. Zöller-Kipper bietet dafür eine wirksame Lösung an: das Luftfiltersystem Clean Option.

Das System des Mainzer Herstellers wird an Abfallsammelfahrzeugen des Typs Hecklader eingebaut. Es besteht aus Filterelementen für Grob- und Feinstaub sowie einem Aktivkohleelement zur Beseitigung von Gerüchen. Ein gängiger Radiallüfter erzeugt einen leichten Unterdruck am Heckteil bzw. im Schüttungsbereich des Sammelfahrzeugs, also direkt im Arbeitsbereich des Müllwerkers.

Sauberer als Umgebungsluft

Die abgesaugte Luft wird dabei über einen Zyklon-Filter zur Abscheidung des Grobstaubs und ein integriertes Filterelement geführt, einen Feinstaubfilter mit Aktivkohle. Die Zyklon-Filtereinheit verfügt über eine aktive Absaugung zur Erhöhung der Abscheiderate des Staubes, was die Filterstandzeit spürbar verlängert. Unterstützt wird der Absaugvorgang durch links und rechts im Heckteil integrierte Blasschienen, die eine Art Luftvorhang erzeugen. Die hintere Umgebung soll auf diese Weise praktisch abgeschottet und die kontaminierte Luft zuverlässiger in das Heckteil des Sammelfahrzeuges abgesogen werden. Die Ausrichtung der Blasschienen ist für eine optimierte Einstellung justierbar ausgeführt. Ein Verwirbeln der kontaminierten Luft vom Heckteil in den Außenbereich wird lat Zoeller-Kipper so ebenfalls deutlich reduziert. Das bedeutet, dass die Luft am hinteren Bereich des Müllfahrzeuges sauberer ist als die restliche Umgebungsluft. Das System wird in die Steuerung des Lifters integriert und darüber angesteuert.

Schadstoffe um 80 Prozent minimiert

Clean Option ist für neue Abfallsammelfahrzeuge der Kirchhoff Ecotec Gruppe sowie als Nachrüstsatz für Bestandsfahrzeuge lieferbar. Tour-begleitende Messungen der CO2- und MVOC- (microbial volatile organic compounds) Anteile bestätigen die hohe Wirksamkeit des Systems. Dabei ermittelten die Messungen indirekt die Schimmelpilzkonzentration durch Messen der freigesetzten organischen Reaktionsprodukte – darunter Gerüche-, die beim Pilzwachstum entstehen. Gemessen wurde im ländlicher Raum und der Innenstadt sowie bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen. Eine weitere Variable war dabei der Inhalt des Müllgefäßes selber, der nach dem Öffnen des Deckels sehr unterschiedlich intensive Emissionen verursachen kann. Laut Hersteller bestätigte der Einsatz von Clean Option am Hecklader-Sammelfahrzeug dabei eine Reduzierung der Schadstoffe um bis zu 80 Prozent im Arbeitsbereich des Müllwerkers.

Positiv: Reduzierung von Fehlzeiten

In Neumünster, Bergisch Gladbach und Ingolstadt testete ein halbes Dutzend Anwender das System Clean Option in den unterschiedlichsten Typen von Hecklader-Sammelfahrzeugen aus. Aufgrund dieser Betriebserfahrungen konnte Clean Option intensiv in unterschiedlichen Betriebsumgebungen in der Praxis getestet und nochmals optimiert werden. Dabei lag das Augenmerk besonders auf den erreichbaren Wartungsintervallen für die Filter. Es zeigte sich, dass diese sehr stark von dem Umfeld der Sammlung abhängig sind.

Einer allgemeinen Information des VKU (Verband kommunaler Unternehmen e.V.) zufolge tragen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen dazu bei, die Zahl der Arbeitsunfälle und arbeitsbedingten Erkrankungen zu verringern. Betriebswirtschaftlich mache sich dies positiv durch Reduzierung von Fehlzeiten bemerkbar.

Quelle: Zöller-Kipper GmbH