Gelebte Inklusion: EWL für Engagement ausgezeichnet

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Stolz präsentiert Bernhard Eck, Vorstandvorsitzender des EWL, den Landespreis (Foto: EWL)

Landau — Neuer Träger des rheinland-pfälzischen Preises für beispielhafte Beschäftigung schwerbehinderter Menschen ist der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL). Der EWL hatte in der Kategorie „Öffentlicher Dienst“ durch seinen vielfältigen Einsatz für Menschen mit Handicap im Berufsleben überzeugt. Landessozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler überreichte die Auszeichnung in der Mainzer Akademie der Wissenschaften an Bernhard Eck, EWL-Vorstandsvorsitzender und den Verwaltungsratsvorsitzenden Dr. Maximilian Ingenthron. Dabei unterstrich sie den Wert der Inklusion, der im Betrieb von Vielen getragen wird.

Der EWL beschäftigt aktuell zwölf Menschen mit Handicap. Mit einer Quote von elf Prozent der Belegschaft sind das gut doppelt so viel, wie der Gesetzgeber vorgibt. „Als kommunaler Betrieb wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen. Aber nicht nur das: Die Einschränkung eines Kollegen kann sogar den persönlichen Horizont der anderen erweitern“, findet Dr. Maximilian Ingenthron.

Zehn Beschäftigten mit einer Behinderung gibt der EWL in verschiedenen Geschäftsbereichen Arbeit. Seit Sommer 2017 gehören zudem zwei Mitarbeiter mit einer Werkstatteignung für behinderte Menschen (WfbM) fest zum Team des EWL. Sie werden im Bereich der Grünpflege und Straßenreinigung eingesetzt. Beide Mitarbeiter haben einen festen und unbefristeten Arbeitsvertrag. „Der Weg dorthin war lang und aufwendig und nur deshalb erfolgreich, weil sich neben dem heutigen Arbeitgeber auch Integrationseinrichtungen und die Familien der beiden jungen Männer eingebracht haben“, hält Bernhard Eck fest.

Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben: Diese Regel wendet man in Landau nicht nur auf Menschen mit Handicap an. Ein strukturierter Alltag, genau definierte Arbeitsschritte und ein kollegiales Umfeld sind auch wichtig für Personen mit einem Bruch in der Biographie. Deshalb gibt der städtische Betrieb auch Langzeitarbeitslosen oder straffällig Gewordenen die Möglichkeit zur Teilhabe. Auch sie sollen die Chance auf eine Rückkehr in ein geregeltes Arbeitsleben bekommen.

Bereits seit 1998 verleiht die Landesregierung die Auszeichnung für besondere integrative Leistungen in Rheinland-Pfalz. Die Entscheidung über die Preisträger der jeweiligen Kategorie erfolgt durch den Beratenden Ausschuss des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV). Dieses Gremium setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern von Arbeitgebern, Gewerkschaft, Bundesagentur für Arbeit und Verbänden behinderter Menschen zusammen.

Quelle: Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL)