Neues Material soll Brandgefahr von Lithium-Ionen-Akkus reduzieren

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Lithium-Ionen-Batterie (Foto: Kroll / recyclingportal.eu)

Hamburg — Die Herstellung von LEDs und Lithium-Ionen-Akkus gehört zu den Boombranchen. Allein der Markt für LEDs soll sich bis 2024 vervierfachen. Allerdings bergen Lithium-Ionen-Akkus aufgrund ihrer Entzündlichkeit Risiken. Ein neues Material, das bei Lithium-Batterien zur Bedampfung der Polymermembran zwischen Anode und Kathode eingesetzt wird, soll die Brandgefahr erheblich vermindern. Es wird gemutmaßt, dass die Nachfrage nach diesem Material analog zum Erfolg von LEDs, Mobiltelefonen und Lithium-Ionen-Akkus wachsen wird.

Die Rede ist von High Purity Alumina, kurz HPA, chemisch genauer: 99,99-prozentiges Aluminumoxid. Damit HPA seine besonderen Eigenschaften voll entfalten kann, muss das Material bis auf das letzte Hundertstel rein sein. Zwischen 99,9 Prozent Reinheit und 99,99 Prozent liegen deshalb Welten, auch preislich. Das höhergradige Material wird derzeit für 27.000 US-Dollar gehandelt, 99,9-prozentiges Aluminiumoxid kostet „nur“ 6.000 US-Dollar.

Monokristallines Saphirglas kann nur aus absolut reinem HPA mit den gewünschten Eigenschaften „gezüchtet“ werden: hart wie Diamant und vielseitig verwendbar z.B. bei Mobiltelefonen oder Uhren, Wafern, LEDs, Kameralinsen und vielem mehr. Den Anspruch Vorreiter und zugleich Marktführer dieser jungen Industrie zu werden, hat das australische Unternehmen Altech Chemicals. Auf der Homepage heißt es selbstbewusst: „Altech is set to become the world’s largest supplier of HPA“.

Altech möchte auch das erste Unternehmen auf der Welt sein, das HPA nicht auf dem traditionellen Weg aus Bauxit und Aluminiummetall gewinnt, sondern aus dem unscheinbaren Rohstoff Kaolin. Altechs Technologie soll den energieintensiven Zwischenschritt über Aluminiummetall obsolet machen und die Kosten in etwa halbieren. Das wird die traditionellen Produzenten wie Sumitomo, Alcoa, Norilsk und Chinalco herausfordern, für die HPA bisher nicht zum Kerngeschäft gehört.

Der Managing Director von Altech, Iggy Tan, wagt die Prognose, dass HPA heute dort steht, wo Lithium vor zwei Jahren war. Und er weiß, wovon er spricht: Iggy Tan hat sich als Manager beim Lithiumunternehmen Galaxy Resources einen Namen gemacht.

Quelle: Pressebox / Goldinvest Consulting GmbH