IKB: Für 2018 bessere Versorgung mit Recyclingkupfer erwartet

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Kupfermine (Foto: © Rainer Gräser / http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Die globale Kupferminenproduktion sank bis Ende August 2017 um 2,2 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen ist nach der Erweiterung der globalen Kapazitäten um 5 Prozent zurückgegangen. Ursachen waren u.a. der Streik in der weltgrößten Kupfermine Escondida sowie Exportrestriktionen in Indonesien. Die Raffinadeproduktion blieb im bisherigen Jahresverlauf stabil bei einer leicht niedrigeren Kapazitätsauslastung, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Der weltweite Verbrauch stagnierte ebenfalls. Ein leichter Nachfragerückgang in China war der Haupttreiber. Während die Verbräuche in USA, Deutschland und Südkorea sanken, war in Japan und Indien ein Zuwachs zu verzeichnen. Nachdem es 2016 zu einem Defizit in der Raffinadeproduktion von rd. 150.000 t gekommen war, dürfte der Markt 2017 maximal ein kleines Angebotsdefizit ausweisen.

Die Kupfervorräte an der LME sanken zuletzt weiter ab: Insgesamt verließen rd. 100.000 t die LME-Lagerhäuser. Ende November 2017 lagen die Bestände bei rund 189.000 t. Die Lagerbestände an der SHFE sind seit ihrem Höchststand gesunken: Sie betragen nun knapp 165.000 t. Die Bestände der COMEX stiegen dagegen an und liegen bei 209.000 t. Ein Großteil der Volumina dient der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von etwa 9 Tagen. Die für 2018 anziehende Minenproduktion sowie die freien Kapazitäten sollten die Versorgungslage verbessern, was Druck auf die Preise ausüben dürfte. Auch die Versorgung mit Altkupfer für die Recyclingproduktion dürfte sich verbessern.

Der Kupferpreis war im Verlauf des Novembers stark volatil: Nachdem er die 7.000 US-$-Marke getestet hatte, gab er stark nach. Insgesamt zeigt sich die physische Nachfrage robust: Elektronik, ITK und Energieerzeugung weisen steigende Bedarfe auf. Zudem erhielt der Markt Impulse von der investiven Nachfrage: Die Zahl der Handelskontrakte erhöhte sich im November 2017 um über die Hälfte. Für das Jahr 2018 erwartet die IKB eine weitere Nachfragebelebung in Osteuropa und Russland. Weltweit ergibt sich dann ein Gesamtbedarf von 24,3 Mio. t, ein Anstieg von 0,4 Mio. t zum laufenden Jahr. Das Gesamtjahr 2017 dürfte bestenfalls mit einem kleinen Angebotsdefizit abschließen. Bis Ende des ersten Quartals 2018 sieht die Industriebank daher ein Preisniveau von 6.600 US-$ je t mit einem Band von 500 US-$ je t um diese Marke.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank