26. Kölner Abfalltage sondierten Anspruch und Wirklichkeit der Kreislaufwirtschaft

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Quelle: Bureau Akkurat GmbH & Co. KG

Brühl — „Kreislaufwirtschaft 2017 – Anspruch und Wirklichkeit“ war das zentrale Thema der 26. Kölner Abfalltage. 120 Gäste sorgten für großen Zuspruch und lebendige Diskussionen auf einer Veranstaltung, die der ehemalige Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer, der zum wiederholten Mal als Referent der Kölner Abfalltage begrüßt werden konnte, mit seinem Vortrag eröffnete.

Mit seinem für Umweltfragen authentischen Engagement appellierte er an das Fachpublikum: „Deutschland hat zwar in den letzten Jahre große Schritte in Richtung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft gemacht, aber es sind noch viele Hausaufgaben zu erledigen.“ Aus Sicht von Klaus Töpfer hat Deutschland im internationalen Kontext zwar eine Vorreiterrolle, aber wird ihr nur noch ansatzweise gerecht. „Es wird Zeit, dass Produzenten für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft eine finanzielle Mitverantwortung für das, was sie in Verkehr bringen, übernehmen und zwar bis hin zur Entsorgung.“ Es reiche nicht aus, nach Brüssel zu schauen und Neuregelungen oder bessere Regulierung einzufordern. Jeder Staat, jedes Unternehmen und jeder Bürger könne etwas beitragen.

Der Ruf nach mehr Ordnungspolitik zog sich durch die gesamte Veranstaltung. Auch einige Teilnehmer erhoben diese Forderung im Rahmen der Diskussion der Fachbeiträge. Darüber hinaus wurde eine Verbesserung der Ressourceneffizienz durch mehr „Recyclingfähigkeit“ der Produkte gefordert sowie und klare Vorgaben zur Abfallvermeidung.

Die russische Professorin Darya Gerasimenko verfolgte in ihrem Beitrag die Devise, dass die großen Fragen der Kreislaufwirtschaft nur mit einem „Multistakeholderansatz“ gelöst werden könnten. Dafür gebe es bereits interessante Ansätze und Beispiele, darunter ein Vorzeigeprojekt in Kanada: Das sogenannte „Circular Economy living lab“ bringt die öffentlichen und privaten Interessen in Ontario zusammen. Es wird an Lösungen gearbeitet, wie Kreislaufwirtschaft lokal verbessert werden kann. Aus derartigen Musterbeispielen können die nationalen Vertreter der Kreislaufwirtschaft in Deutschland noch einiges lernen.

Das Initiatorenteam wurde in diesem Jahr deutlich erweitert und besteht nun aus folgenden Persönlichkeiten der Branche: Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich, Dr.-Ing. Jochen Hoffmeister, Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Klett, Ulrich Koch, Dr. Dipl.Chem. Beate Kummer, Monika Lichtinghagen-Wirths, Prof. Dr.-Ing. Peter Quicker, Helmut Schmidt, Dr.-Ing. Helmut Schnurer. Die Initiatoren freuen sich, interessiertes Fachpublikum auch im nächsten Jahr wieder in Köln begrüßen zu dürfen.

Quelle: Kummer:Umweltkommunikation GmbH