Nach Gebrauch stofflich recycelt: Die Sammmelmengen von Agrarfolien wachsen

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Folienanlieferung (Foto: ERDE)

Bad Homburg — Das bundesweit tätige Rücknahmesystem für Agrarfolien, ERDE (Erntekunststoffe Recycling Deutschland) hat sich auf der Agritechnica, der Weltleitmesse für Landtechnik in Hannover, an den Ständen ihrer Mitgliedsorganisationen präsentiert. Stetig wachsende Sammelmengen zeigen das Interesse an stofflichem Recycling von Post-Consumer-Folien.

Im Fokus standen dabei besonders die neuen Mitglieder von ERDE, die Folienhersteller Groupe Barbier (Frankreich), Duo Plast AG (Deutschland), Ab Rani Plast Oy (Finnland) sowie RPC bpi group (Belgien), die sich nun gemeinsam mit den bereits teilnehmenden Herstellern Manuli Stretch Deutschland GmbH, Polifilm Extrusion GmbH, RKW Agri GmbH & Co. KG und die Trioplast GmbH dafür einsetzen, dass aus ihren gebrauchten Folien Rohstoffe werden.

Direkt an den Messeständen informierten Mitarbeiter der RIGK GmbH, Systembetreiber der ERDE-Sammlung, über das Rücknahmesystem von der Sammlung bis hin zur Folienverwertung. Dabei konnten die zahlreichen interessierten Fachbesucher auch Regranulat-Muster in die Hand nehmen, welche aus den zurückgenommenen Folien gewonnen werden. Aus diesen Regranulaten entstehen wieder neue Kunststoffprodukte. So erlebten die Besucher praktisch hautnah, welchen Beitrag ERDE seit seiner Gründung 2014 für die Umwelt und für die Kreislaufwirtschaft leistet. Alle Mitglieder von ERDE sorgen mit der Finanzierung des Systems dafür, dass Folien nach Gebrauch stofflich recycelt werden.

„Mit dem Beitritt zur ERDE-Initiative möchten wir unsere Produktverantwortung zeigen und zu mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft aufrufen“, sagt Serge Moreno, Agriculture Sales Manager des neuen ERDE-Mitglieds Barbier & Cie aus Frankreich, „die Barbier-Gruppe engagiert sich für die Umwelt und dessen Erhaltung. Nachhaltigkeit ist eine strategische Säule, die im Mittelpunkt der Entwicklung unseres Unternehmens steht. Dazu zählen Öko-Design, Biomaterialien, die Sammlung von Post-Consumer-Folien und das Recycling von Agrar- und Haushaltsfolien sowie der Einsatz von Mehrschichtfolien.“

Bernard Le Moine, Präsident der APE (Agriculture Plastics Environment), erörterte die Arbeit seines in Frankreich ansässigen europäischen Verbandes. Dieser setzt sich unter anderem für flächendeckende Rücknahmesysteme von Agrarkunststoffen in ganz Europa ein. „Die Rücknahme von Kunststoffen aus der Landwirtschaft sollte europaweit organisiert sein“, forderte Le Moine. Die ERDE-Initiative zeige beispielhaft, wie eine gut organisierte Rücknahme funktioniert. „Die stetig wachsenden Sammelmengen beweisen, dass das Interesse an einer sinnvollen Wiederverwertung gebrauchter Agrarfolien bei Herstellern und Endverbrauchern steigt“, betonte Le Moine.

Dr. Jürgen Bruder, IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. und Jan Bauer, RIGK GmbH präsentierten den ERDE-Service, der in 2017 weiter optimiert wurde, um noch bessere Rücklaufquoten zu gewährleisten. Diese Maßnahmen schlagen sich bereits in ersten positiven Zahlen nieder, wie Bruder und Bauer berichten konnten. Nach dem sehr erfreulichen Sammelergebnis 2016 zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die Nachfrage nach der Folienabgabe in 2017 erneut gestiegen ist. Die gesammelte Menge konnte erhöht werden und wird 6.000 Tonnen (2016: 5.400 Tonnen) überschreiten. Auch die Anzahl der Sammelpartner ist gestiegen.

Quelle: Initiative Erntekunststoffe Recycling Deutschland (ERDE) c/o IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.