BGS-Mitgliederversammlung: Gütegesicherte Sekundärbrennstoffmengen angestiegen

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Quelle: Gütegemeinschaft Sekundärbrennstoffe und Recyclingholz e. V.

Münster — Die gütegesicherten Sekundärbrennstoffmengen konnten im Jahr 2016 deutlich auf ca. 430.000 Mg gesteigert werden und dürften die 500.000 Mg-Marke im Jahr 2017 überschreiten. Damit werden mittlerweile nahezu 20 Prozent der jährlichen Sekundärbrennstoffmengen gütegesichert eingesetzt. Im Jahr 2018 wird ein weiterer Anstieg auf dann ca. 550.000 Mg erwartet. Diese Zahlen erfuhren die Teilnehmer der diesjährigen Mitgliederversammlung der Gütegemeinschaft Sekundärbrennstoffe und Recyclingholz e. V. (BGS), die am 16. November 2017 in Münster stattfand.

Die positiven Entwicklungen sind vor allem darauf zurückzuführen, dass steigende Substitutionsraten vor allem in Zementwerken ein erhöhtes Qualitätsbewusstsein bei den eingesetzten Sekundärbrennstoffen erfordert. Die Gütesicherung des BGS e. V. bietet hierfür einen anerkannten Nachweis der Qualität und somit eine gute Grundlage für Vertragsverhandlungen und im Rahmen von Genehmigungen.

Sechs verschiedene Arbeitsgruppen

Neben dem zentralen Thema der Gütesicherung begleitete der BGS e. V. in 2017 verschiedene abfallwirtschaftliche Fragestellungen fachlich, so z. B. die Novellierungen der Gewerbeabfallverordnung, das neue BREF „Waste Treatment“ oder auch die Frage der besonderen Ausgleichsregelung für stromintensive Unternehmen im EEG sowie bei der Energie- und Stromsteuer Außerdem ist der BGS e. V. an der Übertragung der CEN-Standards zu Solid recovered fuels auf ISO-Ebene beteiligt. Für die Internationalisierung der Normen wurden sechs verschiedenen Arbeitsgruppen (Working groups, WG) gebildet:

  • WG 1 – Terminology and quality assurance
  • WG 2 – Specification and classes
  • WG 3 – Sampling and sample reduction
  • WG 4 – Physical/mechanical tests
  • WG 5 –Chemical tests and determination of biomass content
  • WG 6 – Safety of solid recovered fuels

Auch bei der Themenroute des Klimaschutzes durch Kreislaufwirtschaft ist der BGS e. V. begleitend tätig. Besonders erfreulich ist hier auch, dass die Remondis GmbH Region Rheinland mit ihrer Sekundärbrennstoffaufbereitung durch die KlimaExpo NRW ausgezeichnet wurde. Dieses unterstreicht die Bedeutung der Mitverbrennung für den Klima- und Ressourcenschutz ebenso wie die Auszeichnung der ELM GmbH als eines von 100 exzellenten Praxisbeispielen für Ressourceneffizienz – eine Initiative des baden-württembergischen Umweltministeriums sowie Vertretern der Wirtschaft.

Kein Recycling ohne energetische Verwertung!?

Nach dem formalen Teil der Mitgliederversammlung stand die anschließende, gut besuchte Fachveranstaltung unter dem Thema: „Kein Recycling ohne energetische Verwertung!?“. Zunächst erläuterte Prof. Dr.-Ing. Peter Quicker (RWTH Aachen) den aktuellen Stand und die Perspektiven der Energiegewinnung von Abfällen in Deutschland bis zum Jahr 2030. Im Anschluss beleuchtete ein Impulsreferat von Dr.-Ing. Stefan Vodegel (CUTEC-Institut) zur Differenzierung der energetischen Verwertung am Kriterium der Energieeffizienz, wie hochwertig eine energetische Verwertung einzustufen ist.

Der zweite Teil stand ganz im Zeichen aktueller Veränderungen in der Kreislaufwirtschaftspolitik und deren Auswirkungen auf Sekundärbrennstoffe – fokussiert wurden hier verschiedenste Abfallströme zur energetischen Verwertung. Zunächst wurden neben der qualitativen Abgrenzung der stofflichen und energetischen Nutzung von Altholz bei der Spanplattenproduktion durch Dr. Axel Knörr (Pfleiderer Deutschland GmbH) das neue Verpackungsgesetz und seine Auswirkungen auf LVP-Sortierreste durch Michael Wieczorek (Lobbe Entsorgung West GmbH & Co. KG) dargestellt. Stephan Eing (Hubert Eing Kunststoffverwertung GmbH) und Niklas Heller (FH Münster) erläuterte abschließend die Auswirkungen eines Kunststoffrecyclings und der dabei anfallenden Reste auf die Qualität von Sekundärbrennstoffen sowie die Aufbereitung und Verwertungswege für Wärmedämmverbundsysteme).

Quelle: Gütegemeinschaft Sekundärbrennstoffe und Recyclingholz e. V.