Europäische Kreislaufwirtschaft: Stakeholder formieren sich

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Wien — In Brüssel hat sich am 22. November die Koordinierungsgruppe der European Circular Economy Stakeholder Platform (ECESP) konstituiert. Die 24 Mitglieder dieser Gruppe, die die ECESP nun für drei Jahre leitet, wurden aus Bewerbungen von 192 Organisationen ausgewählt. Österreich ist in diesem Gremium mit dem von der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) 2015 gegründeten universitären Forschungsnetzwerk Circular Economy Coalition for Europe vertreten. Aufgabe der EU-Plattform ist es, maßgebliche Stakeholder zusammenzubringen, um die Umsetzung des EU Aktionsplans zur Kreislaufwirtschaft unterstützen. 

Christoph Scharff, Vorstand der ARA und Vorsitzender von CEC4Europe sieht darin eine Bestätigung der österreichischen Forschungsleistungen im Ressourcenmanagement: „CEC4Europe hat zum Ziel, den EU-Institutionen eine wissenschaftliche Faktenbasis zur Verfügung zu stellen. Weitreichende wirtschafts- und umweltpolitische Entscheidungen auf einer unzureichenden Datengrundlage wären spekulativ und letztlich unverantwortlich. Mit unserem europäischen Forschungsnetzwerk wollen wir hier unterstützen.“

Die ECESP deckt ein breites Spektrum an Organisationen – von der Wirtschaft über nationale Initiativen bis zu supranationalen Verbänden und Denkfabriken – ab, die sich mit dem Thema Kreislaufwirtschaft beschäftigen. Die Stakeholderplattform versteht sich als „Netzwerk von Netzwerken“, deren prioritäres Ziel es ist, durch Ideen und Vorschläge den Übergang von einer linearen Abfallwirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft in Europa zu beschleunigen. „Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist eine der großen Herausforderungen zur Sicherung unserer Rohstoffbasis und des Industriestandortes Europa. Wir sind stolz darauf, mit unserer Initiative CEC4Europe der Koordinierungsgruppe anzugehören und Europa auf diesem Weg weiterzubringen“, so Scharff.

Der EU Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft umfasst 54 Handlungsfelder und definiert fünf vorrangige Abfallströme: Kunststoffe, Lebensmittelabfälle, Baurestmassen, kritische Rohstoffe und biogene Abfälle. Die EU Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, die europäische Wirtschaft bis 2030 nach den Grundsätzen einer Kreislaufwirtschaft und ressourcenschonend auszurichten.

Die nächste große Konferenz der ECESP zur Kreislaufwirtschaft ist für 21./22. Februar 2018 in Brüssel geplant.

Über CEC4Europe
Die Circular Economy Coalition for Europe ist ein europäisches Forschungsnetzwerk aus Universitäten, Expertinnen und Experten in den Bereichen Ressourcenmanagement, Abfallwirtschaft und anthropogener Stoffhaushalt. Es wurde 2016 auf Initiative der ARA AG, der TU Wien und CUTEC/TU Clausthal gegründet und umfasst in Österreich u.a. Institute der Technischen Universität Wien, Montanuniversität Leoben, der Universität für Bodenkultur und des Christian Doppler-Labors für anthropogene Ressourcen, Wien. (www.cec4europe.eu)

Über die ARA AG
Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) ist in Österreich Marktführer unter den Sammel- und Verwertungssystemen für Verpackungen. Sie organisiert die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verpackungsabfällen flächendeckend in ganz Österreich. Die ARA steht im Eigentum heimischer Unternehmen und agiert als Non-Profit Unternehmen nicht gewinnorientiert. Für die Sammlung von Verpackungsabfällen aus Papier, Kunststoff, Metall und Glas stellt die ARA den Konsumentinnen und Konsumenten rd. 1,8 Millionen Sammelbehälter zur Verfügung. Zusätzlich sind 1,6 Millionen Haus­halte an die Verpackungssammlung mit dem Gelben Sack angeschlossen. Jährlich werden über das Haushaltssammel­system der ARA über 1 Million Tonnen Verpackungen und Altpapier gesammelt. (www.ara.at)

Quelle: Alba Communications GmbH