Unverkäufliche Kleidung zu verbrennen ist kein Beitrag zum Klimaschutz

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Quelle: Die Grünen, Kärnten

Klagenfurt, Österreich — Der schwedische Kraftwerksbetreiber Mälarenergi AB hat Reste von H&M-Kleidung als Brennstoff eingesetzt. Medienberichten zufolge sollen dies 15 Tonnen unverkäuflicher Textilien gewesen sein, die beispielsweise chemisch belastet waren. Angesichts dieser Meldung erklärte Michael Johann: „Neuwertige Kleidung zu verbrennen ist kein Beitrag zum Klimaschutz“. Michael Johann ist grüne Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Umweltausschusses im Kärntner Landtag.

Johann: „Diese Kleidung wird unter Verwendung fossiler Energien erzeugt, besteht teilweise aus fossilen Erdölprodukten und produziert bei der Verbrennung das Treibhausgas Kohlendioxid, ohne irgendeinen Nutzen für die Menschen entfaltet zu haben, ohne jemals getragen worden zu sein.“ Das sei Downcycling, wenn Produkte einer Verwendung zugeführt werden, die unter dem eigentlichen Wert liegt. „Es wäre sinnvoller, Upcycling zu betreiben, unverkäufliche Kleidung an bedürftige Menschen zu verteilen, statt diese zu verbrennen“, ist Johann überzeugt.

Kleidung an Bedürftige weiterzugeben sei allerdings nur möglich, wenn die Produkte nicht durch Schadstoffe belastet sind. Wenn neuwertige Kleidung wegen der Belastung durch Chemikalien aussortiert werden muss, sei das ein untrügliches Zeichen, dass am Anfang der Produktionskette bei der Beschaffung zu wenig Wert auf nachhaltige Produktionsstandards gesetzt werde. „Die Qualitätskontrollen schützen zwar die Europäischen KonsumentInnen, nicht aber die ausgebeuteten Näherinnen in den Entwicklungsländern, die mit den chemikalienbelasteten Stoffen in unmittelbaren Kontakt kommen.“ Johann fordert daher faire Produktionsstandards bei den internationalen Konzernen ein.

Quelle: Die Grünen im Kärntner Landtag