Kreislaufpolymere: Joint Venture von SUEZ und LyondellBasell will Produktion steigern

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Quelle: SUEZ und LyondellBasell

Paris — SUEZ und LyondellBasell haben eine Vereinbarung über ein Joint Venture mit dem Ziel unterzeichnet, qualitativ hochwertige Kreislaufpolymere zu produzieren. Die beiden Partner werden ihre geballte Expertise nutzen, um der Kunststoffindustrie in Europa Sekundärrohstoffe anzubieten, die von Primärrohstoffen kaum zu unterscheiden sind. Damit geht zum ersten Mal in der Geschichte eines der größten Kunststoff-, Chemie- und Raffinerie-Unternehmen eine Partnerschaft mit einem der führenden Unternehmen im Bereich Ressourcen-Management ein, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern.

Gemäß den Vertragsbedingungen hält LyondellBasell künftig wie SUEZ 50 Prozent an QCP, einem Unternehmen aus der Nähe von Maastricht (Niederlande), das qualitativ hochwertige Rohstoffe aus recyceltem Kunststoff herstellt. In der QCP-Anlage in Sittard- Geleen werden aus Kunststoffabfällen jährlich 25.000 Tonnen Polypropylen (PP) und hochdichtes Polyethylen (HDPE) hergestellt. Das Unternehmen produziert zwei Qualitäten HDPE und acht Arten PP-Copolymer.

Produktionskapazität einzigartig in Europa

Mit einem Produktionsziel von 35.000 Tonnen im Jahr 2018 und 50.000 Tonnen vor 2020 ist die Produktionskapazität der Anlage einzigartig in Europa. Im Rahmen der neuen Vereinbarung wird LyondellBasell QCP-Materialien vermarkten, während SUEZ für die Zulieferung von Post-Consumer-Kunststoffabfall zuständig sein wird. Beide Partner profitieren von der strategischen geographischen Lage von QCP im Herzen des Dreiecks Niederlande – Belgien – Deutschland und der Nähe zu Frankreich.

„Da die Kreislaufwirtschaft weiter wächst, gehen wir davon aus, dass auch die Nachfrage nach Recycling-Material weiter steigt“, betont Richard Roudeix, Senior Vice President von LyondellBasell für den Bereich Olefine und Polyolefine in Europa, Asien und International. „Diese Übernahme ermöglicht LyondellBasell, ein aktiver Teil der Kreislaufwirtschaft zu werden, indem wir die Präsenz auf dem europäischen Markt und die technischen Möglichkeiten von LyondellBasell mit den Beschaffungs- und Managementkapazitäten für wiederverwertbare Abfallprodukte von SUEZ verbinden.“

Verarbeitung von 600.000 Tonnen Kunststoffabfällen angepeilt

„In Europa werden nur 7 Prozent der 50 Mio. Tonnen Kunststoffe pro Jahr aus recyceltem Polymer hergestellt, 93 Prozent werden noch direkt aus fossilen Brennstoffen produziert“, erläutert Jean-Marc Boursier, Group Senior Executive Vice President für den Bereich Recycling & Recovery in Europa. „Gemeinsam mit LyondellBasell möchten wir die Verwendung von Kreislauf- Polymeren ankurbeln und Herstellerfirmen dabei unterstützen, ihre Umweltziele zu erreichen. Diese Partnerschaft ist ein weiterer Schritt der Kunststoffstrategie von SUEZ in Europa. Er wird dazu beitragen, dass wir unser Ziel, die Verarbeitung von 600.000 Tonnen Kunststoffabfällen im Jahr 2020, erreichen.“

Kunststoff-Recycling ist einer der wichtigsten Märkte für SUEZ. Die Gruppe betreibt neun Spezialanlagen in Europa, in denen jährlich 400.000 Tonnen an Kunststoffabfällen verarbeitet und 150.000 Tonnen neue Kunststoffressourcen produziert werden.

In Europa ist Kunststoff-Recycling ein Wachstumsmarkt aufgrund der sich ständig ändernden gesetzlichen Bestimmungen – die EU strebt eine Recyclingrate von 55 Prozent im Jahr 2025 an – sowie aufgrund der steigenden Nachfrage von Seiten der Hersteller. Jährlich werden in Europa fast 50 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle produziert, von denen nur 25 Prozent recycelt werden.

Quelle: SUEZ und LyondellBasell