bvse-Marktbericht Mineralik: Bauabfall-Entsorgung unter Druck

438
Foto: © Harald Heinritz / abfallbild-de

Bonn — Im jährlichen Marktbericht des bvse-Fachverbandes Mineralik – Recycling und Verwertung wird deutlich, dass sich die Bauabfallentsorgung in Deutschland in einem schwierigen Fahrwasser befindet. Es herrsche ein Trend zu mehr Deponierung und weniger Recycling bzw. reduzierter Verwertung.

Die Mitglieder des Verbandes stellen für 2017 fest, dass

  • sich die Entsorgung von Bau- und Abbruchabfällen, insbesondere von Bauschutt und Bodenaushub, um bis zu 30 bis 50 Prozent verteuert. Sowohl die Entsorgungspreise als auch die Transportentfernungen steigen kontinuierlich an. Insbesondere in Bayern spiegelt sich hier anscheinend die mangelnde Verfügbarkeit von Verfüllkapazitäten im Bereich > Z 0/0* und fehlende Deponiekapazitäten im südlichen Bayern in Transportentfernungen bis zu 400 km wieder.
  • die vorhandenen Verfüll- und Deponiekapazitäten in allen Bundesländern über alle Entsorgungsklassen (Z 0/0*) zu gering sind.

Außerdem mussten 2014 in Bayern 5,1 Mio. Tonnen Bodenaushub und Bauschutt auf Deponien beseitigt werden mussten, nachdem es 2010 nur 3,7 Mio. Tonnen waren – ein Zuwachs von 40 Prozent. Vor allem der deponierte Bodenaushub nahm stark zu. Trotz stark gestiegener Bautätigkeit nahm laut Bayerischem Landesamt für Statistik zudem der Anteil des zum Einsatz kommenden, aus Bauschutt recycelten Baumaterials in den Jahren von 2012 bis 2014 von 10,1 Mio. t auf 9,5 Mio. t um 6 Prozent ab.

Darin sieht der bvse-Fachverband ganz offensichtlich den Trend zu mehr Deponierung und weniger Recycling bzw. Verwertung. Dies werde den Druck auf die vorhandenen Entsorgungskapazitäten und somit die Entsorgungskosten weiter erhöhen.

Nach wie vor fehle ein bundeseinheitliches und rechtsverbindliches Regelwerk, mit dem der Einsatz von Ersatzbaustoffen bundesweit gefördert werden kann. Da die Mantelverordnung in der letzten Legislaturperiode nicht abgeschlossen werden konnte und die politische Situation unsicher ist, stehe sehr in Frage, ob und wann ein solches Regelwerk verbindlich verabschiedet wird. Diese sehr unsicheren Aussichten verschärften die Situation zusätzlich. In vielen Regionen sei es bereits heute sehr schwierig bis unmöglich, neue Abbauflächen zu erschließen und/oder zu erwerben.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.