Stoffstrombilanz: Komposte werden jetzt angemessen bewertet, urteilt BDE

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Dünger-Stapler (Foto: ©Dieter Schütz /http://www.pixelio.de)

Berlin — Der Bundesrat hat Ende letzter Woche die Stoffstrombilanzverordnung beschlossen. Landwirtschaftliche Betriebe müssen ab dem nächsten Jahr die zugeführten und abgegebenen Mengen an Stickstoff und Phosphor bilanzieren und bewerten. Dazu dokumentieren sie Nährstoffe, die zum Beispiel über Futtermittel und Saatgut auf den Hof kommen, und vergleichen sie mit den Mengen, die ihn über pflanzliche und tierische Erzeugnisse wie Gülle, Wirtschaftsdünger, Aussaat und Nutztiere wieder verlassen. Die Verordnung soll zum 1. Januar 2018 in Kraft treten.

Auf Drängen des Bundesrates gilt für die Bewertung künftig ein Optionsmodell: Betriebe haben die Wahl, die Bilanz auf Grundlage einer bundesweit einheitlichen Obergrenze von 175 kg Stickstoff pro Hektar zu bewerten oder mit einer individuell zu erstellenden Bilanz, die die konkreten betrieblichen Verhältnisse berücksichtigt. Die Pflicht zur Stoffstrombilanzierung wurde im kürzlich novellierten Düngegesetz eingeführt und wird durch die vorliegende Verordnung konkretisiert. Sie soll dazu beitragen, die landwirtschaftlichen Betriebe bei der Stoffstrombilanzierung und beim Nährstoffvergleich einheitlich beurteilen zu können.

Unter den Änderungen, denen die Länderkammer zugestimmt hat, hebt der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. eine hervor, die für die Humuswirtschaft besonders positiv ist. Danach gibt es nun die Möglichkeit, den Einsatz von Kompost sachgerecht bewerten zu können. BDE-Präsident Peter Kurth kommentiert die neue Verordnung: „Das Schlimmste ist abgewendet. Wie bereits in der Düngeverordnung haben wir nun auch hier eine Regelung, um Komposte in der Nährstoffbilanz sachgerecht bewerten zu können.“ In der Begründung wird explizit die Anwendung von Kompost erwähnt, um die Humusversorgung der Böden zu verbessern.

Kurth weiter: „Seit Beginn der Düngerechts-Novellen setzen wir uns dafür ein, dass eine sachgerechte Bewertung des Komposteinsatzes erfolgt. Der im Kompost vorhandene Stickstoff liegt größtenteils in gebundener Form vor. Die Annahme, dass der Stickstoff aus dem Kompost, der nicht der Pflanze zur Verfügung gestellt wird, als Verlust in die Umwelt bzw. das Grundwasser geht, ist falsch. Wir sind zuversichtlich, dass die Länder dazu eine sachgerechte und praxistaugliche Lösung erarbeiten.“

Quelle: BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V.