DUH fordert „Recht auf Reparatur“ und verbindliche Öko-Design-Vorgaben

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Reparatur (Quelle: jarmoluk / Pixabay)

Berlin — Kaum ein anderer Industriebereich verdeutlicht den verschwenderischen Umgang mit Ressourcen so stark wie die Elektrobranche: Jährlich fallen in Deutschland 1,7 Millionen Tonnen Elektro(nik)schrott an, wovon nur etwa 40 Prozent ordnungsgemäß gesammelt werden. Diese Situation kann nur durch eine längere Nutzungsdauer, Reparatur und Wiederverwendung gestoppt werden. Deshalb fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) von der Bundesregierung ein „Recht auf Reparatur“ und verbindliche Vorgaben zum Öko-Design von Elektrogeräten und allen anderen Produkten, wie z.B. Textilien, Möbel oder Baumaterialien.

„Es fallen immer größere Mengen Elektroschrott an, auch weil zu wenig Elektrogeräte repariert und zu viele vorschnell entsorgt werden. Es mangelt an Ersatzteilen zu bezahlbaren Preisen und öffentlich zugänglichen Reparaturanleitungen. Im Sinne des Umwelt- und Verbraucherschutzes muss ein sogenanntes ‚Recht auf Reparatur‘ sicherstellen, dass Hersteller Ersatzteile und Reparaturanleitungen für Verbraucher und freie Werkstätten genauso verfügbar machen, wie für unternehmenseigene Werkstätten. Die Bundesregierung muss einschreiten und verbindliche Regelungen festlegen, die genau dies garantieren. Zudem muss die Reparatur finanziell gefördert werden, indem für diese ein verminderter Mehrwertsteuersatz gilt“, fordert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Unternehmen sollten originale Ersatzteile zu verhältnismäßigen Preisen für die erwartete Gerätelebensdauer – jedoch mindestens sieben Jahre – zur Verfügung stellen, ebenso wie kostenlos verfügbare Reparaturanleitungen.

„Die Wiederverwendung und Reparatur von Elektrogeräten führt zu ganz erheblichen Umweltentlastungen. Beispielsweise spart die Aufbereitung eines Notebooks für eine zweite Nutzungsdauer rund 154 Kilogramm Treibhausgase ein. Weltweit haben Repair-Cafés 2015 etwa 200.000 Gegenstände repariert und konnten damit schätzungsweise 200.000 Kilogramm CO2 vermeiden. Ein von der DUH im November 2017 in Berlin durchgeführtes Repair-Café hat gezeigt, wie leicht es sein kann, Dingen ein zweites Leben zu geben – das muss Schule machen. Dafür müssen die Geräte jedoch so konzipiert sein, dass sie auch repariert werden können. Deshalb sind gesetzliche Vorgaben zum Öko-Design dringend notwendig“, sagt der stellvertretende DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Philipp Sommer.

Die DUH fordert, dass im Elektrogerätegesetz Vorgaben zur Haltbarkeit, Wiederverwendbarkeit, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit und zum Einsatz von Recyclingmaterial verankert werden. In der EU-Öko-Designrichtlinie und den zugehörigen produktspezifischen Ökodesign-Verordnungen sollten diese Prinzipien für alle Produkte europaweit verbindlich gemacht werden.

Die neue Bundesregierung sollte Mittel zur Verfügung stellen, damit Verbraucher viel stärker als bisher über Umweltvorteile und die ausgezeichnete Qualität von gebrauchten Geräten informiert werden. Hochwertige Second-Hand-Produkte seien im Vergleich zu Neuware bei gleicher Qualität oft deutlich günstiger. Einige Händler bieten auf gebrauchte Geräte bis zu zweieinhalb Jahre Garantie. Grundsätzlich sollten Verbraucher hochwertige und robuste Geräte bevorzugen und diese möglichst lange nutzen.

Weitere Informationen zum Thema sind auf der DUH-Webseite „Reparieren statt wegwerfen“ unter duh.de erhältlich.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V.