Bessere Ressourcennutzung? Aber sicher!

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Die Sicherung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe zog sich wie ein roter Faden durch die Vorträge der Berliner Recycling- und Rohstoffkonferenz am 24. und 25. März. Aus unterschiedlichen politischen, wissenschaftlichen und verfahrenstechnischen Perspektiven wurden Ansätze und Wege aufgezeichnet, um Recycling effizienter zu gestalten und Ressourcen schonender einzusetzen.

„Wie lässt sich die Rohstoffsicherheit für Deutschland herstellen?“ fragte Günter Nooke. Der persönliche Beauftragte der Bundeskanzlerin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung räumte zunächst mit dem Missverständnis auf, dass Seltene Erden selten vorkommen. Sie sind per se keine raren Rohstoffe, da sich ihre globalen Reserven auf 99 Millionen Tonnen belaufen, die bei einer konstanten Förderung 789 Jahre reichen würden. Und selbst die geopolitisch ungleiche Verteilung von Seltenerd-Metallen und speziell die Monopolstellung Chinas erzeugen nur Unruhe, wenn es zu Förderquoten- oder Preis-Veränderungen kommt.

Zur „kritischen Ressource“ werden Seltene Erden in erster Linie deshalb, weil die westlichen Staaten und Unternehmen steigenden Bedarf an Rohstoffen anmelden, deren umweltschädliche Gewinnung aber den Förderländern überlassen. So kann es zu Konflikten kommen zwischen dem Interesse Europas, der USA und Japans, ihre Rohstoffversorgung zu sichern, und der einheimischen Wertschöpfung beispielsweise Chinas. Deutschland, so Nooke, muss in dieser Gemengelage eine geeignete Strategie für die Zukunft finden und entwickeln. Im Jahr 2010 verabschiedete das Bundeswirtschaftsministerium eine Rohstoffstrategie, und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit legte 2011 ein „Entwicklungspolitisches Strategiepapier extraktive Rohstoffe“ vor. Aber wie auch immer die weitere Zielsetzung im Detail aussehen mag: Wirtschafts- und Entwicklungspolitik werden gemeinsam darauf ausgerichtet sein müssen, dass in den rohstoffreichen Entwicklungsländern Energierohstoffe, Mineralien und Edelmetalle gewonnen werden. Zumindest solange muss Deutschland an der Ausbeutung ausländischer Vorkommen interessiert sein, bis es seine eigenen Vorkommen wirtschaftlich nutzen kann oder durch Recycling eine hundertprozentige Versorgung mit Rohstoffen erreicht.

Mit üblichen Umwelt- und Sozialstandards

Allerdings erhebt sich dabei die Frage, wie mit diesen Rohstoffen und den sie fördernden Staaten verantwortlich umgegangen wird. Geht es um kurzfristige und skrupellose Orientierung an deutschen Rohstoffinteressen im Wettbewerb mit anderen Nationen? Oder ist die mittel- bis langfristige Schaffung besserer Rahmenbedingungen und nachhaltiger Globalstrategien der richtige Weg, auch wenn dadurch die angestrebte Rohstoffsicherung zunächst nicht erreicht wird? Gegen die erste Alternative sprechen das Fehlen weltwirtschaftlich relevanter deutscher Unternehmen und das Risiko außenpolitischer Glaubwürdigkeit. Gegen die zweite Möglichkeit sind die vorläufige Erfolgslosigkeit und die Tatsache ins Feld zu führen, dass westliche Gebernationen noch in Jahren Entwicklungshilfe zur Verfügung stellen, wenn die Schwellenländer bereits von ihren eigenen Rohstoffverkäufen profitieren.

Die Staats- und Regierungschefs der G8-Runde entschieden sich im Juni 2013, Entwicklungsländer mit rohstoffreichen Vorkommen durch Experten zu unterstützen. Das Ziel: Verträge mit üblichen Umwelt- und Sozialstandards, die für beide Seiten faire und berechenbare Vorteile ermöglichen. In Afrika sind zur Erreichung dieser Ziele jedoch zusätzlich erhebliche Investitionen nötig, da vielfach Energieversorgung und Transport-Infrastruktur für den Abbau nicht zur Verfügung stehen. Außerdem ist in Afrika mit China ein starker Konkurrent auf dem Markt …EUR_052014_kl

 

Lesen Sie mehr in der EU-Recycling Ausgabe 05/2014, Seite 32-35.

 

Quelle: EU-Recycling