Wohnungsmangel bekämpfen: Sonder-Förderprogramm zum Brachflächenrückbau

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Aufgelassene Fabrikhalle (Foto: Michael Gaida / Pixabay)

Hattingen — Der Vorstand des AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung hat in seiner Sitzung am 15.11.2017 die Aufbereitung von zwei weiteren Flächen im Rahmen des Sonder-Förderprogramms „Identifizierung und Mobilisierung von Brachflächen für Flüchtlingsunterkünfte und für dauerhaften Wohnraum“ beschlossen. Neben den drei bereits seit Juni 2017 in Bearbeitung befindlichen Projekten in Krefeld, Eschweiler und Hemer wird der Verband in den kommenden Wochen mit den Städten Bergneustadt und Sendenhorst Verhandlungen über öffentlich-rechtliche Verträge zur Aufbereitung der neu angemeldeten Brachflächen führen.

In Bergneustadt soll ein ehemaliges Obdachlosenheim aufgrund von baulichen Mängeln und Schadstoffbelastungen zurückgebaut werden, damit die Stadt an gleicher Stelle modernen Standards entsprechende Unterkünfte für Flüchtlinge und andere Schutzbedürftige (z. B. Obdachlose) errichten kann. Bei der Fläche in Sendenhorst handelt es sich um eine in den 1980er Jahren stillgelegte städtische Kläranlage. Hier wird der AAV voraussichtlich die alten Tropfkörper, Becken und sonstigen Anlagen entfernen, verfüllen und die Fläche so herrichten, dass eine dauerhafte Wohnfolgenutzung ermöglicht wird.

Akuten Wohnungsmangel bekämpfen

Der in vielen Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen steigende Mangel an bezahlbarem Wohnraum wurde seit dem Jahr 2015 durch den verstärkten Zuzug von Flüchtlingen noch verschärft. Mit dem Sonder-Förderprogramm des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, das bei den Kommunen auf positive Resonanz stößt, sollen mit Unterstützung des AAV kurz- bis mittelfristig Flächen für neue Wohnungen identifiziert und aufbereitet werden. Damit wird zum einen an meist gut erschlossenen Standorten schnell und effektiv dem weit verbreiteten Wohnraummangel entgegengewirkt. Zum anderen ist das Programm auch ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Flächennutzung und Reduzierung der Flächeninanspruchnahme.

Fördermittel aufgestockt

Das Umweltministerium hat dem AAV im Juni 2017 dafür weitere Mittel in Höhe von 4,6 Mio. € zur Verfügung gestellt und die Fördersumme damit verdoppelt. Neben der Beratung der Kommunen bei der Identifizierung und Bewertung von Brachflächen kann der AAV damit weitere Einzelflächen aufbereiten und für eine Wohnnutzung reaktivieren. Der AAV steuert und überwacht den kompletten Aufbereitungsprozess und übernimmt die dabei anfallenden Kosten zu 100 Prozent.

Anmeldung

Informationen über das Programm und seine Aufnahmekriterien sowie sonstige Hinweise zur Anmeldung finden sich im Internet unter aav-nrw.de. Ein Faltblatt mit den wichtigsten Informationen steht hier ebenfalls zum Download bereit. Kommunen, die geeignete Flächen haben, können sich zur Beratung auch direkt an die zuständigen Ansprechpartner beim AAV wenden: Julian Mainzer, Telefon: 02324 5094-39, Telefax: 02324 5094-70, E-Mail: j.mainzer@aav-nrw.de oder Lina Schleiden, Telefon: 02324 5094-44, Telefax: 02324 5094-70, E-Mail: l.schleiden@aav-nrw.de

Quelle: AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung