DUH zeichnet Pfandsystem für Coffee-to-go-Mehrwegbecher aus

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return.reuse.recycle - der reCup (Foto: reCup GmbH)

Berlin — Zum Start der Europäischen Woche der Abfallvermeidung zeichnet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in Berlin das Unternehmen „reCup“ für ihr wegweisendes Poolsystem wiederbefüllbarer Mehrwegbecher zur Vermeidung von Einwegbechermüll aus. Ein Netzwerk aus derzeit 73 Verkaufsstellen bietet in Berlin den Coffee-to-go in standardisierten Mehrwegbechern mit Pfand an.

Der ausgetrunkene Becher kann gegen die Rückerstattung des Pfandes bei allen teilnehmenden Cafés wieder abgegeben werden. Dadurch werden unnötige Abfälle vermieden und Ressourcen gespart. Ableger des Mehrwegsystems gibt es inzwischen an insgesamt 450 Standorten deutschlandweit.

Wie wichtig ein Mehrwegsystem für Coffee-to-go ist, zeigen die hohen Ressourcenverbräuche und Müllmengen, die Einweg-Pappbecher verursachen. Allein in Berlin werden täglich bis zu 460.000 und im Jahr 170 Millionen Einwegbecher verbraucht. Deutschlandweit entstehen jedes Jahr mehr als 40.000 Tonnen Müll aus Pappbechern und Plastikdeckeln. Für die Produktion dieser Becher werden mehr als 43.000 Bäume gefällt, 1,5 Milliarden Liter Wasser und 22.000 Tonnen Rohöl verschwendet. Der nicht abgebaute Kunststoffanteil aus der Becherinnenbeschichtung und den Polystyroldeckeln verbleibt als Mikroplastik in der Umwelt.

Wenn Verbraucher Kaffee in einem „reCup-Becher“ herausgegeben bekommen, erhalten Sie in der Regel einen Rabatt. Den Betrag von einem Euro Pfand bekommen die Verbraucher zurück, sobald sie den leeren Becher bei einer am System teilnehmenden Filiale wieder abgegeben haben. Die reCup-Becher gibt es standardisiert in den zwei Größen 0,3 und 0,4 Liter, sodass für jede Kaffeespezialität eine Mehrwegvariante bereitsteht. Die Mehrwegbecher werden in Deutschland hergestellt, sind spülmaschinenfest und können bis zu 500 Mal wiederverwendet werden, bevor sie ins umweltfreundliche Recycling gehen. Zu den „reCup-Bechern“ wird auch ein Spülservice angeboten, falls die am System teilnehmenden Cafés über keine ausreichenden Kapazitäten verfügen.

„Die bepfandeten Poolbecher von reCup sind ein cleveres und besonders verbraucherfreundliches System, um den umweltschädlichen Einwegtrend beim Coffee-to-go-Genuss zu stoppen. Wenn Verbraucher die Möglichkeit haben ihren bepfandeten Mehrwegbecher nach der Nutzung in anderen Cafés schnell wieder abzugeben, dann stärkt das die Akzeptanz von Mehrwegalternativen und macht sie massenmarkttauglich“, sagt Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin bei der DUH. Neben dem flächendeckenden Angebot von Mehrwegbechern hält Metz die Einführung einer Abgabe von 20 Cent auf Einwegbecher für notwendig. Damit könne die Nutzung umweltschonender Mehrwegbecher durch finanzielle Anreize zusätzlich gestärkt werden.

Die Webseite der DUH zu ihrer Kampagne „Becherheld – Mehrweg to go“ steht unter becherheld.de zur Verfügung; weitere Informationen zu reCup sind unter recup.de erhältlich.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V.