Europäische Woche der Abfallvermeidung: Zeichen setzen gegen Wegwerfmentalität

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Quelle: Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)

Berlin — Am Samstag startet die Europäische Woche der Abfallvermeidung, Europas größte Kommunikationskampagne zu Abfallvermeidung und Wiederverwendung. Das Jahresmotto: „Gib Dingen ein zweites Leben – Reparatur in Deutschland stärken“. Auch im achten Kampagnenjahr kann die Aktionswoche einen Teilnehmerrekord verzeichnen: Über 1.000 Aktionen finden 2017 in ganz Deutschland statt.

Dazu der Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Patrick Hasenkamp: „Die große Beteiligung zeigt: Es besteht ein starkes gesellschaftliches Interesse an Abfallvermeidung. Die Menschen wollen ein Zeichen setzen gegen Wegwerfmentalität und für mehr Ressourcenschutz.“

Es besteht Handlungsbedarf: Pro Kopf und Jahr fallen in Deutschland rund 618 Kilogramm Abfall an – das ist gut doppelt so viel wie in Polen, Estland oder der Slowakei. Hasenkamp weist auf die Folgen des Konsums hin: „Jedes Produkt, das wir wegwerfen, wurde mit Einsatz von Ressourcen und Energie produziert und transportiert. Die Klimakonferenz hält uns vor Augen: Wir müssen Emissionen eindämmen. Abfallvermeidung ist dafür ein wichtiger Baustein. Recycling ist gut. Am besten ist jedoch, wenn der Abfall erst gar nicht entsteht.“

Die Aktionswoche soll Bürgerinnen und Bürgern Impulse für Abfallvermeidung geben. Insbesondere bei Elektrogeräten und Elektronikartikeln gibt es ein großes Potenzial: Untersuchungen zeigen, dass diese nur relativ kurz genutzt werden. Die Ursachen sind vielfältig. Verantwortlich dafür sind unter anderem kürzere Innovationszyklen; außerdem gehen viele Produkte schnell kaputt. Während der Woche öffnen daher allein über 100 Repair-Cafés ihre Pforten, in denen Interessierte lernen können, wie sie diese Dinge reparieren können, anstatt sie wegzuwerfen.

Hasenkamp mahnt jedoch: „Abfallvermeidung beginnt nicht, wenn sich jemand entscheidet, einen Gegenstand zu reparieren, sondern viel früher. Wir brauchen klare Vorgaben für die Industrie. Produkte müssen abfallsparend produziert und langlebig konstruiert werden. Ein geeignetes Instrument dafür ist die europäische Ökodesignrichtlinie.“ Auch auf nationaler Ebene wünscht sich Hasenkamp Vorgaben: „Die Verbraucher benötigen Angaben darüber, wie lange ein Produkt hält. Die Information können sie in ihre Kaufentscheidung einbeziehen. Ein weiteres Instrument wäre, kleine Reparaturdienstleistungen zum Beispiel mit einem geringeren Mehrwertsteuersatz zu versehen. Das machen schon jetzt viele EU-Mitgliedstaaten.“

Quelle: Verband kommunaler Unternehmen (VKU)