Holzfaserbasierte Faserverbund-Werkstoffe: Materialien der Zukunft

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Teilnehmer der Cluster innovativ-Tagung (Foto: proHolzBW)

Ostfildern — Es soll die Crème de la Crème der Innovationstreiber im Bereich der holzfaserbasierten Faserverbundwerkstoffe gewesen sein, die sich letzten Mittwoch in Ostfildern traf, meint Prof. Dr. Markus Milwich von Deutschen Institut für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF). Das DITF hatte gemeinsam mit der Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg e.V. (AFBW) und proHolz Baden-Württemberg zu einer Arbeitskreissitzung unter dem Namen „Cluster innovativ“ geladen.

Die Veranstaltung führte Personen aus Praxis, Forschung und Lehre zusammen, die sich mit der Entwicklung, Herstellung und Anwendung holzfaserbasierter Produkte befassen. Ziel ist es, die verschiedenen Bereiche stärker miteinander zu vernetzen, um im Austausch Marktpotenziale zu erschließen und innovative Produktentwicklungen anzuschieben.

In den Vereinigten Staaten soll es derartige Arbeitskreise im Bereich der faserbasierten Werkstoffe bereits seit Jahren geben. Umso erfreulicher sei es, dass nun endlich auch in Deutschland die Initiative ergriffen wurde, betonte Milwich, der die Veranstaltung moderierte. Zudem zeigte er sich von der guten Resonanz für das Format begeistert, das auf Impulsvorträgen ausgewiesener Experten und offenen Gesprächsrunden basiert. David Thull von der FISCO GmbH präsentierte den Teilnehmenden „fi:resist“, den ersten nicht brennbaren Faserverbundwerkstoff, für den es nun konkrete Anwendungsgebiete und Marktpotenziale zu erschließen gilt. Vielversprechende Möglichkeiten könnten sich im Bauwesen, beim Schiffs- und Automobilbau sowie in der Luft- und Raumfahrt bieten.

PULaCell heißt die biobasierte Polyurethan-Verstärkungslamelle mit Cellulosefasern der Covestro Deutschland AG. Es handelt sich um einen verstärkenden Werkstoff für den Holzkonstruktionsbau, der zu mindestens 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Das mache modernen Holzbau mit Brettsperr- und Brettschichtholz noch nachhaltiger, erklärte Dr. Paul Heinz, Koordinator des Forschungsprojekts bei Covestro.

Dr. Frank Hermanutz, Bereichsleiter Biopolymere und Cellulose DITF, hat mit seinem Team einen Verbundwerkstoff aus reiner Cellulose entwickelt, der zu 100 Prozent recycelbar ist und auch nach dem vierten Recycling-Prozess nichts von seinen Werkstoffeigenschaften einbüßt. Auch hier gilt es nun entsprechende Anwendungsgebiete zu identifizieren. Als nächsten Schritt will Hermanutz ein Handschuhfach aus dem Material produzieren, das im Automobilbau Verwendung finden könnte.

Quelle: proHolzBW GmbH