Worauf Sankt Martin heute bei seiner Kleiderspende achten müsste

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Sankt Martin-Statue (Foto: © Dieter Schütz / http://www.pixelio.de)

Essen — Am kommenden Samstag wird vielerorts an den Heiligen Martin von Tour erinnert. Der Überlieferung nach teilte der römische Soldat einst seinen Mantel mit einem Bettler – die wohl berühmteste Kleiderspende der Geschichte. Auch heute noch will die große Mehrheit der Deutschen mit ihren aussortierten Textilien soziale und gemeinnützige Arbeit unterstützen. Allerdings wird die Hilfsbereitschaft oft ausgenutzt: „Schwarze Schafe täuschen Wohltätigkeit z.B. durch Verwendung karitativer Symbole lediglich vor. Tatsächlich handelt es sich aber um gewerbliche Kleidersammlungen“, warnt Andreas Voget, Geschäftsführer des Dachverbandes FairWertung e.V.

Worauf achten bei Kleidersammlungen?

Wer Kleidung „für einen guten Zweck“ abgeben möchte, kann also böse Überraschungen erleben und unbeabsichtigt dubiose Sammlungen unterstützen. Deshalb sollten VerbraucherInnen Sammelaufrufe und Containerbeschriftungen genau lesen und deren Aussagen kritisch hinterfragen: Seriöse Sammler geben vollständige Kontaktdaten an und stehen VerbraucherInnen oder Behörden für Rückfragen zur Verfügung.

Wenn aber ein nachprüfbarer Kontakt fehlt, sollte man in jedem Fall von einer Abgabe absehen. Ist lediglich eine Handynummer angegeben, ist ebenfalls Misstrauen angebracht, denn oftmals ist unter dieser Nummer niemand zu erreichen. Wer Zweifel an der Rechtmäßigkeit einer Sammlung hat, kann sich bei der zuständigen Abfallbehörde erkundigen, ob die Sammlung angemeldet und genehmigt wurde. Ist dies nicht der Fall, ist die Sammlung illegal und die Behörde damit in der Pflicht, die Sammlung zu unterbinden.

Gewissheit bringt das Zeichen FairWertung

Kleidersammlungen mit dem Zeichen FairWertung verfolgen dagegen in jedem Fall soziale und gemeinnützige Ziele. Alle FairWertung-Organisationen haben sich auf verbindliche Standards beim Sammeln und Verwerten der Textilien verpflichtet. Vielerorts wird ein Teil der Kleidung über Kleiderläden und Gebrauchtkaufhäuser preisgünstig weitergegeben. Überschüssige Textilien gehen an Textilverwerter, die regelmäßig auf ökologische und soziale Standards überprüft werden.

Unter fairwertung.de können VerbraucherInnen gemeinnützige Kleidersammlungen von FairWertung Partnern in ihrer Nähe erfragen.

Aktionen von FairWertung-Partner zu Sankt Martin

Aktion Hoffnung (Augsburg) führt bereits zum 15. Mal die Aktion „Meins wird Deins – Jeder kann Sankt Martin sein“ durch. Kindertagesstätten, Schulen und Pfarrgemeinden sind aufgerufen, rund um den Martinstag gut erhaltene Kleidung zu sammeln. Mit dem Erlös der Sammlung wird ein Entwicklungsprojekt in Indien unterstützt.

Die Deutsche Kleiderstiftung in Helmstedt ruft zum „Tag der Kleiderspende“ aus: Dazu können gut gefüllte Pakete kostenlos und unkompliziert nach Helmstedt geschickt werden. Gut erhaltene Kleidung und die Erlöse aus Überschüssen werden für humanitäre Hilfe im In- uns Ausland verwendet.

Sammelaufkommen in Deutschland

In jedem Jahr werden in Deutschland ca. eine Million Tonnen Textilien in Altkleidersammlungen gegeben. Das ist ein Vielfaches von dem was in Deutschland für soziale Zwecke benötigt wird. Gemeinnützige Sammler geben gespendete Kleidung und Schuhe entweder direkt weiter oder verkaufen überschüssige Textilien an gewerbliche Sortierbetriebe, um mit den Erlösen Projekte und soziale Arbeit zu finanzieren. Für viele gemeinnützige Organisationen sind Kleidersammlungen eine wichtige Säule zur Finanzierung ihrer sozialen Arbeit.

Quelle: FairWertung e.V.