Unbefriedigend: Recycling-Branche beklagt Frachtsituation bei Bahn, Straße und Schiff

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Stau (Foto: Gellinger / Pixabay)

Bonn — Die mangelnde Waggonbereitstellung der DB cargo stößt auf scharfe Kritik der Recycling-Branche und hier insbesondere der Stahl- und Metallrecyclingunternehmen. Die Beschwerden der Marktteilnehmer nahmen im Oktober noch einmal zu, unterstreicht Birgit Guschall-Jaik, Schrott- und Logistikexpertin beim bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung im aktuellen Sekundärrohstoff-Marktbericht des Verbandes.

Zwar zeige die Branche durchaus Verständnis dafür, dass der Logistikdienstleister mit Stürmen und daraus resultierenden Schäden zu kämpfen habe und es daher problematisch sei, eine ausreichende Zahl von Waggons bereitzustellen. Das sei aber nur ein Grund für die derzeitigen Schwierigkeiten. Als wesentlich erheblicher werden die strukturellen Defizite der DB Cargo eingeschätzt, die offensichtlich nicht über die flächendeckend notwendige Anzahl an offenen Güterwagen vom Typ Ea verfügt. Dieser Mangel, so heißt es, werde seit Jahren nur noch mehr schlecht als recht verwaltet.

Die als Gegenargument für eine Investition in mehr Waggons benutzte These, dass beispielsweise die Stahl- und Schrottindustrie wegen der unberechenbaren Zyklen keine verlässlichen Partner seien, werde zwar immer wieder vorgebracht, sei dadurch aber nicht richtiger. Alle Wirtschaftsdaten zeigten schließlich, dass die Kapazitäten nahezu voll ausgelastet seien.

Der von der DB Cargo als Alternative empfohlene Rat, auf den Straßentransport auszuweichen, sei angesichts der ständigen Kritik an dem umweltbelastenden Straßenverkehr nicht wirklich ernst zu nehmen. Angesichts enormer Verkehrsdichte und Staus als Folge der Sanierung maroder Brücken und Strecken sei dies oftmals aber auch schlicht nicht möglich. Auch die Nutzung von Wasserstraßen sei hierzulande nicht nur geografisch begrenzt. Teilweise gelten wieder „Kleinwasserzuschläge“, wodurch die mögliche Frachtmenge sinkt, die Frachtkosten aber steigen.

Alles in allem, so die bvse-Schrottexpertin Birgit Guschall-Jaik, müsse das ernüchternde Fazit gezogen werden, dass die derzeitige Situation nur als unbefriedigend bezeichnet werden könne, worunter sowohl die Lieferanten als auch die Abnehmer zu leiden hätten.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.