IKB meldet nachgebende Schrottpreise und leicht höhere Ne-Metallnotierungen

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Aluminium-Shredder (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Die Weltrohstoffpreise erhöhten sich Oktober 2017 um 2,3 Prozent, in Inlandswährung infolge des leicht schwächeren Euros um 3,6 Prozent. Hauptursache war der wiederum festere Rohölpreis sowie leicht höhere Ne-Metallnotierungen. Im Stahlmarkt sorgte die Hochkorrektur der Produktions- und Verbrauchszahlen von World Steel für Überraschung: Ein Großteil des Effektes ist jedoch in der Stilllegung illegaler chinesischer Stahlkapazitäten begründet, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Die in China erzeugten Mengen gingen nun an den „legalen“ Stahlsektor, was zu dem überraschend starken Wachstum der chinesischen Stahlproduktion führt. Einflüsse auf den Export haben sie nicht, da die Volumina auch bisher im Inland abgesetzt wurden. Das Schließen der Kapazitäten in China dürfte im ersten Halbjahr 2018 abgeschlossen sein. Aber auch danach existieren in China immer noch Überkapazitäten von wenigstens 250 Mio. t über den Inlandsverbrauch hinaus.

Im Stahlmarkt liegt die globale Rohstahlproduktion nach den ersten drei Quartalen 2017 um 5,6 Prozent über Vorjahr. In Deutschland wuchs sie um 2,7 Prozent, in der EU um 4 Prozent. Für 2017 erwartet die IKB weltweit einen Anstieg um über 4 Prozent. Die Schrottpreise gaben im Oktober um rund 20 € je Tonne nach. Die Eisenerzpreise sanken wieder unter 60 US-$ je Tonne. In Europa blieben die Preise für Warmbreitband sowie für verzinkte Bleche weitgehend stabil. Für Walzdraht dagegen war ein Anstieg von 4 Prozent zu verzeichnen. Allerdings dürfte nun ein gegenläufiger Trend einsetzen. In der Tendenz geben bis Ende 2017 die Stahlpreise um bis zu 3 Prozent nach. Für Schrott sollten sich im November leicht höhere Preise ergeben.

Im Aluminiumsektor erhöhte sich bis Ende September 2017 die globale Primäraluminiumproduktion um 3,4 Prozent, in China stieg diese um 2,8 Prozent, während sie in Nordamerika um 2,3 Prozent sank. Für das Gesamtjahr erwartet die IKB eine weltweite Primäraluminiumproduktion von rund 60 Mio. t. Die Lagerbestände an der LME reduzierten sich auf unter 1,2 Mio. t, diejenigen der SHFE stiegen auf 636.000 t. Die investive Nachfrage sank dagegen im Oktober um gut 10 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Insgesamt ist die Versorgung weiter gut. Tendenziell bewegen sich die Primäraluminiumpreise bis Dezember 2017 weiterhin um die Marke von 2.100 US-$ je Tonne mit einem Band von 300 US-$; die Preise von Recyclingaluminium oszillieren um 1.800 US-$ je Tonne.

Die globale Kupferminenproduktion sank bis Ende Juli 2017 um 2 Prozent, die Raffinadeproduktion blieb infolge höherer Recyclingproduktion stabil. Der Verbrauch reduzierte sich um 0,5 Prozent. Daraus resultierte dann ein bereinigtes Angebotsdefizit von 93.000 t. Die Lagervorräte an der LME betrugen Ende September 2017 275.000 t, an der SHFE 108.000 t und weitere 206.000 t an der Comex. Damit reichen diese für einen Weltverbrauch von knapp neun Tagen. Die investive Nachfrage reduzierte sich im Oktober um gut ein Drittel. Langfristig sollte der Trend zur E-Mobility weitere Impulse geben. In der Tendenz prognostiziert die IKB für die Kupfernotierung bis Ende 2017 eine Bewegung in einem Band von 500 US-$ um die Marke von 6.800 US-$ je Tonne.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank