Vermeidbare Lebensmittelabfälle: ARA und BOKU starten Ausbildungsprojekt

437
Restaurant-Küche (Foto: StockSnap / Pixabay)

Wien — In Österreichs Gastronomie und Hotellerie fallen jährlich 175.000 Tonnen Lebensmittelabfälle an. Ein großer Teil davon wäre vermeidbar. Mit einem Ausbildungsprojekt an drei Tourismusschulen wollen die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) und die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) das Thema Abfallvermeidung in die Ausbildung integrieren. Künftige Hotelmanager und Gastronomen sollen dadurch ihre Betriebe ressourcenschonend führen lernen.

In den Lehrplänen der österreichischen Tourismusschulen wurde die Vermeidung von Lebensmittelabfällen bisher nur als Randthema behandelt. Um die Ausbildung um diesen wichtigen Bereich der Ressourcenschonung zu ergänzen, haben ARA und BOKU Wien ein Pilotprojekt an den Tourismusschulen Semmering, Modul Wien und St. Pölten gestartet. „Qualitätvoller Tourismus und Gastronomie sind nur im Einklang mit unseren Lebensgrundlagen möglich. Die Schülerinnen und Schülern haben es später als Verantwortliche in der Hand, in den Betrieben das Bewusstsein für richtigen Umgang mit Ressourcen zu schaffen und das Abfallaufkommen in Gastronomie und Hotellerie zu senken. Gerade Lebensmittel sind einfach zu kostbar um sie zu verschwenden“, erklärt Projektinitiator ARA Vorstand Christoph Scharff die Initiative, die langfristig Umwelt, Wirtschaft und Gäste gleichermaßen entlasten soll.

„Österreichweit entstehen in der Gastronomie pro Jahr 175.000 Tonnen Lebensmittelabfälle mit einem durchschnittlichen Warenwert von rund 320 Millionen Euro. Hier gibt es ein enormes Einsparungspotenzial“, verweist Gudrun Obersteiner von der BOKU auf wissenschaftliche Studien. Von den jährlich vermeidbaren Lebensmittelabfällen aus Küchenbetrieben entfallen rund 45.000 Tonnen auf die Gastronomie, 50.000 Tonnen auf die Beherbergung, 61.000 Tonnen auf Gemeinschaftsverpflegung wie z.B. Betriebskantinen sowie 19.000 auf sonstige Betrieben wie z.B. Kaffeehäuser.

„An den 28 österreichischen Tourismusschulen werden 10.500 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Vor allem in den ersten Berufsjahren wird der Betrieb häufig gewechselt. Wir erwarten deshalb aufgrund der Multiplikatorenwirkung mit einer hohen Verbreitung der erworbenen Kenntnisse und hoffen auf rasche positive Wirkung in den Unternehmen“, erklärt Jürgen Kürner, Direktor der Tourismusschule Semmering und zugleich Sprecher der Tourismusschulen Österreichs.

Während der Pilotphase bis Ende Juni 2018 erfolgt der Unterricht zunächst unter Einbindung von Experten des Instituts für Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur. Die ARA unterstützte bei der Projektentwicklung und stellt fachliches Know-how bereit. Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch die Abfallvermeidungsförderung der Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen mit Unterstützung der ARA.

Quelle: Altstoff Recycling Austria AG