30 Mrd. €: EU Kommission startet neue Forschungs- und Innovations-Offensive

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Im Labor (Foto: jarmoluk /Pixabay)

Brüssel — Die Europäische Kommission will 30 Mrd. € des EU-Programms zur Förderung von Forschung und Innovation „Horizon 2020“ im Zeitraum 2018-2020 ausgeben. Horizon 2020, das mit 77 Mrd. € ausgestattete EU-Programm zur Förderung von Forschung und Innovation, unterstützt die Spitzenforschung in Europa und hat zu vielbeachteten wissenschaftlichen Fortschritten beigetragen.

In den kommenden drei Jahren will die Kommission mit ihrer Forschungsförderung mehr Wirkung erzielen, indem sie weniger, aber besonders dringliche Themen wie Migration, Sicherheit, Klimaschutz, saubere Energien und die digitale Wirtschaft unterstützt. Außerdem wird Horizon 2020 stärker auf bahnbrechende, marktschaffende Innovationen ausgerichtet.

Politische Prioritäten im Mittelpunkt

Das Arbeitsprogramm 2018-2020 enthält weniger Themen, für die jedoch jeweils mehr Mittel bereitgestellt werden; dabei werden folgende politische Prioritäten der Kommission direkt unterstützt:

  • eine CO2-arme, klimaresiliente Zukunft:: 3,3 Mrd. €.
  • Kreislaufwirtschaft: 1 Mrd. €.
  • Digitalisierung und Umgestaltung von Industrie und der Dienstleistungen in der EU: 1,7 Mrd. €.
  • Sicherheitsunion: 1 Mrd. €.
  • Migration: 200 Mio. €.

2,2 Mrd. € sind für Projekte zur sauberen Energie in folgenden vier miteinander verknüpften Bereichen vorgesehen: erneuerbare Energien, energieeffiziente Gebäude, Lösungsansätze für Elektromobilität und Speicherung, einschließlich 200 Mio. € zur Unterstützung der Entwicklung und Herstellung von Batterien der nächsten Generation in Europa.

Förderung der internationalen Zusammenarbeit

Mit dem neuen Arbeitsprogramm soll auch die internationale Zusammenarbeit bei Forschung und Innovation gefördert werden. Hierfür sollen in Bereichen von gemeinsamem Interesse für 30 Leitinitiativen insgesamt mehr als 1 Mrd. € bereitgestellt werden. Zu nennen sind u. a. die Zusammenarbeit mit Kanada in der personalisierten Medizin sowie mit den USA, Japan, Südkorea, Singapur und Australien bei der Automatisierung des Straßenverkehrs, mit Indien zu Fragen im Wasserbereich und mit afrikanischen Ländern zur Ernährungssicherheit und zu erneuerbaren Energien.

Förderung bahnbrechender, marktschaffender Innovationen

Seit Beginn ihres Mandats arbeitet die Juncker-Kommission intensiv daran, für die große Zahl der innovativen Unternehmer in Europa optimale Entwicklungsbedingungen zu schaffen. Jetzt startet die Kommission die erste Phase des Europäischen Innovationsrats. Von 2018-2020 wird sie 2,7 Mrd. € aus Horizon 2020 dafür verwenden, hochriskante Innovationen mit großem Gewinnpotenzial zu fördern, um die Märkte der Zukunft zu schaffen. Zudem sollen bei Horizon 2020 die Preise des Wettbewerbs „Crack the Challenge/Schaffen Sie den Durchbruch“ gezielter für bahnbrechende technologische Lösungen für die dringenden Probleme unserer Bürger eingesetzt werden.

Hierzu kommentierte Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation: „Ob künstliche Intelligenz, Genetik oder Blockchain-Technologie: Heutzutage bildet die Wissenschaft den Kern der vielversprechendsten bahnbrechenden Innovationen. Europa nimmt bei der Wissenschaft und Technologie eine Spitzenposition ein und wird auch als Motor von Innovationen eine wichtige Rolle spielen. Gemeinsam mit anderen Stellen – wie dem Europäischen Innovationsrat, der heute seine Tätigkeit aufnimmt – unternimmt die Kommission Anstrengungen, um europäischen Innovatoren ein Sprungbrett bereitzustellen, damit sie Weltmarktführer werden können.“

Weitere Informationen sind unter europa.eu erhältlich.

Quelle: EU Kommission