Asbest in Gebäuden: Umweltministerium warnt vor versteckter Gefahr

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Asbestentsorgung (Foto: Bernard Maurin / fotolia)

Stuttgart — „Jeder kennt Asbest und weiß um das Krebsrisiko, das davon ausgeht. Aber die wenigsten machen sich klar, dass asbesthaltige Materialien bis in die 90er Jahre hinein verbaut wurden und bis heute in zahlreichen Gebäuden stecken“, warnte Umweltminister Franz Untersteller gestern in Stuttgart bei der Vorstellung eines informativen Faltblatts des Umweltministeriums.

„Viele ältere Gebäude, besonders auch aus der Asbest-Hochzeit in den 60er und 70er Jahren, stehen aktuell vor einer Sanierung. Es ist wichtig, dabei das Asbestrisiko zu bedenken und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Mit unserem Faltblatt ‚Asbest in Gebäuden – die versteckte Gefahr‘ wollen wir dafür sensibilisieren.“

Das Faltblatt zeigt auf, in welchen Bauprodukten asbesthaltige Materialien enthalten sein können – beispielsweise in Dichtungen, Fußbodenbelägen und Dachplatten, aber auch in Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern. Und es gibt Tipps, wie Handwerkerinnen und Handwerker oder Heimwerkerinnen und Heimwerker sachgemäß damit umgehen sollten. „Nicht jedes asbesthaltige Produkt an sich ist gefährlich. Es kommt darauf an, wie das Asbest gebunden und verbaut wurde. In jedem Fall gilt es, beim Renovieren und Sanieren zu vermeiden, dass Asbestfasern freigesetzt und eingeatmet werden. Da liegt das Risiko“, erläuterte Untersteller.

Ein Problem bestehe darin, dass asbesthaltige Materialien optisch meist nicht zu erkennen seien. Es lägen auch keine detaillierten Angaben zur Verbreitung von Asbest in Bauprodukten vor. „Ein sicherer Nachweis von Asbestfasern ist daher meist nur durch eine Probenanalyse möglich“, ist der Umweltminister überzeugt. „Nur damit lässt sich eine Gefährdung durch die unwissentliche Freisetzung der krebserzeugenden Asbestfasern vermeiden.“

Wird Asbest in Gebäuden nachgewiesen, müssen die Arbeiten so durchgeführt werden, dass insbesondere die Beschäftigten und andere Personen nicht gefährdet werden. Umweltminister Franz Untersteller: „Ich kann nur empfehlen, bei umfangreichen Arbeiten eine Fachfirma zu beauftragen, die die rechtlichen Regelungen bei Tätigkeiten mit asbesthaltigen Materialien und die erforderlichen Schutzmaßnahmen kennt und einhält.“

Das Faltblatt kann unter um.baden-wuerttemberg.de heruntergeladen oder bestellt werden. Detailliertere Informationen sind der Webseite „Asbest beim Bauen im Bestand“ zu entnehmen.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg