Zero Waste im Tunnelbau – „Dragon“ macht Aushub für Weiterverwendung nutzbar

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Ausbruchtransport (Foto: stafichukanatoly / Pixabay)

Brüssel — Bei Tunnelbauprojekten entstehen beachtliche Mengen an Ausbruchmaterial, das unabhängig von der Materialzusammensetzung als Abfall definiert wird und deshalb auf Deponien entsorgt werden muss. Forschungsprojekte wie das EU-finanzierte Projekt „Dragon“ und darauf aufbauende weiterführende Überlegungen der Montanuniversität Leoben wollen dieses Material zukünftig verwertbar machen.

Mit der Dragon-Technologie können Rohstoffe, die bei Tunnelvortrieben anfallen, automatisch analysiert und sortiert werden – direkt auf der Baustelle. Das System schneidet Abfälle ab und liefert wertvolle mineralische Rohstoffe. Die hochwertige Verwendung von Tunnelausbruch wird zum Beispiel beim österreichischen Koralmtunnel zur Herstellung von Ausbauelementen – sogenannten Tübbingen – bereits in der Praxis verwendet.

Sofern die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, soll das Material zukünftig auch in weiteren Industriezweigen wie z.B. Glas, Stahl, Keramik Verwendung finden. Um die Möglichkeiten der Technologie weiter zu erforschen, soll ab kommendem Jahr im „Zentrum am Berg“, dem neuen Tunnelforschungszentrum der Montanuniversität Leoben in Eisenerz, ein Dragon-Prototyp errichtet werden. „Es ist mir ein großes Anliegen, eine Technologie mit großem Potenzial wie Dragon weiterzuentwickeln. Die 2,3 Millionen Euro-Förderung aus dem EU-Forschungsrahmenprogramm hat dafür den Grundstein gelegt, jetzt wollen wir die nächste Phase einläuten“, erwartet Projektkoordinator Robert Galler von der Montanuniversität Leoben.

Einen tieferen Einblick in die Thematik lieferte das GSV-Forum „Ressourceneffizienter Tunnelbau – Zero Waste“ am 14. September 2017 in Eisenerz, an der neben der Montanuniversität Leoben auch Planer und Bauausführende sowie das Lebensministerium und die Mineralrohstoffindustrie vertreten waren. Im Anschluss konnten die Bauarbeiten am „Zentrum am Berg“ besichtigt werden.

Weitere Informationen zum Dragon-Projekt sind unter europa.eu erhältlich.

Quelle: EU Kommission