IKB: Stabile Nachfrage vor allem auch für metallische Rohstoffe

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Im Stahlwerk (Foto: skeeze / Pixabay)

Düsseldorf — Im Verlauf des September 2017 stiegen die Weltrohstoffpreise um 5,2 Prozent an. Aufgrund einer weiteren leichten Euro-Aufwertung zum US-Dollar betrug der Anstieg in Inlandswährung gerechnet nur 4,2 Prozent. Politische und naturbedingte Stürme waren dafür verantwortlich. Erstere zogen temporär den Goldpreis nach oben. Die höheren Rohstoffpreise wurden vor allem aber von den Verwerfungen der Ölmärkte infolge der Hurrikansaison in der Karibik und im Golf von Mexiko beeinflusst, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Die Lage im Golf von Mexiko dürfte sich mit dem Ende der Hurrikansaison weiter normalisieren und das übliche Förderniveau erlauben. Es bleibt als weiteres Risiko für die Weltrohstoffpreise primär das Säbelrasseln zwischen Nordkorea und den USA. Dagegen stellt sich das konjunkturelle Umfeld insgesamt positiv dar, was für eine stabile Rohstoffnachfrage vor allem auch für metallische Rohstoffe spricht.

Bis August 2017 erhöhte sich die globale Rohstahlproduktion um 4,9 Prozent. In Deutschland wuchs sie um gut 2 Prozent und in der EU um 4 Prozent. Für 2017 erwartet die IKB weltweit einen Anstieg um rund 3,5 Prozent. Die Schrottpreise zogen im September nochmals leicht um 5 bis 7,50 €/t an. Die Eisenerzpreise sanken dage-gen zur Monatsmitte wieder unter 70 US-$ je t. In Europa zogen die Preise für Warmbreitband um 5 Prozent, für Walzdraht um gut 7 Prozent und für verzinkte Bleche um 1,5 Prozent an. Allerdings deutet sich schon ein gegenläufiger Trend an. In der Tendenz geben bis Ende November 2017 die Stahlpreise um bis zu 3 Prozent nach. Schrott bewegt sich im Oktober bei gutem Aufkommen leicht niedriger; weiter sinkendes Potenzial wird für Dezember erwartet.

Bis Ende August 2017 legte die globale Primäraluminiumproduktion um 4,4 Prozent zu; in China stieg diese um knapp 8 Prozent, während sie in Nordamerika um 2,2 Prozent sank. Für das Gesamtjahr erwartet die IKB daher eine weltweite Primäraluminiumproduktion von rund 60 Mio. t. Die Lagerbestände an der LME reduzierten sich auf 1,27 Mio. t, diejenigen der SHFE stiegen auf 563.000 t. Die investive Nachfrage sank dagegen im September um ein Drittel im Vergleich zum Vormonat. Insgesamt ist weiter ein gutes Versorgungsniveau gegeben. In der Tendenz bewegen sich die Primäraluminiumpreise bis Dezember 2017 weiterhin um die Marke von 2.100 US-$ je Tonne mit einem Band von 300 US-$; die Preise von Recyclingaluminium oszillieren um 1.750 US-$ je Tonne.

Im ersten Halbjahr 2017 sank die Weltkupferminenproduktion um 2 Prozent, die Raffinadeproduktion blieb weitgehend unverändert. Der Verbrauch reduzierte sich dagegen um 2 Prozent. Es ergab sich bisher nach Korrektur früherer Daten ein Angebotsdefizit von 75.000 t. Die Lagervorräte an der LME betrugen Ende September 2017 298.000 t, diejenigen an der SHFE sanken auf 103.000 t. Damit reichen diese für einen Weltverbrauch von gut 9 Tagen. Die investive Nachfrage erhöhte sich im September um 25 Prozent. Die anziehende Elektro- und Elektronikproduktion sollte weitere Impulse geben. Die IKB prognostiziert für die Kupfernotierung bis Ende November 2017 eine Bewegung in einem Band von 500 US-$ um die Marke von 6.400 US-$ je Tonne.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank